Agenda21 Zukunftsprofil: Gegen den Stillstand

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Das Agenda21 Kernteam Steyreggs. Foto: Gemeinde Steyregg

Leitartikel von Michael Radhuber

Seit Beginn dieses Jahres haben mit Zufallsprinzip ausgewählte Steyregger Bürger an einem sogenannten „Zukunftsprofil“ für Steyregg gearbeitet. Das Zukunftsprofil soll als Leitbild für die zukünftige Entwicklung Steyreggs dienen. Der Prozess der Erarbeitung diese Zukunftsprofils war weitestgehend offen – im Rahmen von Veranstaltungen waren alle Steyregger Bürger eingeladen, Ihre Ideen für das Steyregg von Morgen in den Agenda21 Prozess einzubringen. Regelmäßig wurden die bisherigen Ergebnisse der Öffentlichkeit präsentiert. Die Sitzungen im Rahmen des Agenda21 Prozesses wurden von Steyregger Bürgern geleitet, die nichts mit der Steyregger Gemeindepolitik am Hut hatten. Trotzdem stand die Teilnahme an den Sitzungen auch allen Parteien und Fraktionen aus der Steyregger Gemeindepolitik offen.

Kurzum wurde so gut als möglich offen gearbeitet, und jeder Bürger, der Interesse zeigte, konnte sich über den Agenda21 Prozes informieren und seine Ideen einbringen. Sicherlich kann Kritik daran geübt werden, daß die Ergebnisse aus der Agenda21 besser über neue Medien und traditionelle Postwürfe an die Gemeindebevölkerung herangetragen hätten werden können. Viele Bürger haben heute einfach keine Zeit, um an abendlichen Gemeindeveranstaltungen teilzunehmen. Darüber hinaus resultiert aus einer zufälligen Auswahl einiger weniger Steyregger Bürger nicht unbedingt ein repräsentatives Ergebnis für alle Gemeindebürger. Hier wären die Veranstalter des Agenda21 Prozesses gefordert gewesen, die Ergebnisse des Prozesses über eine repräsentative Bevölkerungsbefragung zu kontrollieren und zu validieren.

Nicht jeder kann mit jedem Punkt des Agenda21 Profils einverstanden sein. Nichtsdestotrotz sollen alle diese Kritikpunkte nicht darüber hinwegtäuschen, daß das Ergebnis dieses Prozesses, also das neue Leitbild für Steyregg, einen wichtigen Schritt vorwärts für die Entwicklung unserer Gemeinde darstellt. Nicht alles muss und wird punktgenau umgesetzt werden können. Aber um zu wissen, wo man am Ende hingelangen will, benötigt man eine ungefähre Vorstellung von seinem Ziel. Und genau das ist der Zweck des neuen Leitbildes für Steyregg: Es gibt eine grobe Richtung vor, in die sich Steyregg weiterentwickeln kann und soll. Und es unterstützt diese Entwicklung, indem es Ideen, Maßnahmen und Prozesse in der Gemeindepolitik in diese Richtung hin fokussiert. Das ist die Voraussetzung für den Erfolg.

Nicht vergessen werden darf auch der Einsatz all jener Steyregger, die sich in einem monatelangen Prozess, und großteil unbezahlt, dieser Aufgabe angenommen haben. Einen zweiten Agenda21 Prozess wird es für Steyregg nicht geben. Auch wenn das Ergebnis nicht perfekt ist, bedeutet es eine Weiterentwicklung von Steyregg. Und weitergehen ist besser als still stehen. Darum sollte der Gemeinderat das Ergebnis nun annehmen, und Detailsdiskussionen über die Umsetzung des Leitbildes und einzelne Ergebnisse auf später verschieben.

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