Autobahnanschluss Universität: Noch mehr Verkehr in Plesching erwartet

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Plan für den Autobahnanschluss Universität inkl. Bypassstrasse
Plan für den Autobahnanschluss Universität inkl. Bypassstrasse

Das Feststellungsverfahren für eine Umweltverträglichkeitsprüfung zum geplanten Halbanschluss A7-Universität wird nach Einschätzung der ASFINAG noch diesen März abgeschlossen. Baubeginn soll im Jahr 2017 sein. Steyregg erwartet weitere Verkehrszunahmen auf der Pleschinger Landesstrasse durch die geplanten Anschlussrampen und die neue zweispurige Verbindungsstraße.

Die ASFINAG „strebt einen Baubeginn vorbehaltlich des weiteren Verlaufs der Genehmigungsverfahren für 2017“ an. Der Autobahnanschluss soll das Stadtviertel Auhof vom Durchzugsverkehr zur Universität entlasten, und war unter anderem auch Voraussetzung für die Errichtung des „Science Park“ der Universität Linz. Nach jahrelangen Verzögerungen – das Bauvorhaben sollte ursprünglich gemeinsam mit dem Science-Park der Universität im Jahr 2012 fertiggestellt werden – wird der Baubeginn von der ASFINAG nun für das Jahr 2017 erwartet.

Im Zuge der Arbeiten soll auch eine neue zweispurige Verbindungsstrasse zwischen der Altenberger-Bezirksstrasse und der Prager Bundesstrasse geschaffen werden. Steyregg erwartet nicht zuletzt deshalb deutliche Verkehrszunahmen auf der Pleschinger Landesstrasse im Bereich der Ortschaften Plesching und Windegg, denn die Pleschinger Landesstrasse dient bereits heute als ausgeschilderte Ausweichroute zur staugeplagten Stadtautobahn.

Dem Projekt stehen insbesondere die Bewohner der Ortschaften Plesching und Windegg kritisch gegenüber. Steyregg ist ein ausgewiesenes Luftsanierungsgebiet. Die Feinstaubbelastung in den Ortschaften Plesching und Windegg lag bereits im Jahr 2010 deutlich über den gesetzlich zulässigen Grenzwerten. Es wurden jeweils signifikant mehr als die 25 laut Immissionschutzgesetz-Luft (IG-L) zulässigen Tage an Grenzwertüberschreitungen verzeichnet.

Trotzdem erwartet die ASFINAG, daß eine Umweltverträglichkeitsprüfung (UVP) für das Straßenbauvorhaben nicht notwendig ist. „Aus unserer Sicht ist das Bauvorhaben nicht UVP-pflichtig“, sagt Martin Pöcheim, Gruppenleiter der Planungsabteilung bei der Asfinag. Wenn es keine UVP gibt, kann Steyregg auch keine Einwände gegen das Projekt vorbringen. Nur im Rahmen einer UVP hätte Steyregg Parteistellung im Genehmigungsverfahren.

Der Verein „Plesching will Leben“ betreibt seit Jahren eine permanente Verkehrszählstation in Plesching. Dazu Karl Rockenschaub, Obmann des Vereins: „Inzwischen verkehren auf der Pleschinger Landesstrasse mehr als 9.000 KfZ pro Werktag. Beim Verkehrsaufkommen werden regelmäßig Pendlerspitzen in den Morgen- und Abendstunden festgestellt, und ganze 72% halten sich nicht an die Höchstgeschwindigkeit von 50 km/h. Weitere Luftgütemessungen hat das Land seit dem Jahr 2010 nicht mehr durchgeführt– man kann aber mit Sicherheit davon ausgehen, daß die Luftbelastung durch das gestiegene Verkehrsaufkommen seitdem nicht geringer geworden ist.

Die neue Anschlussstelle mit der zweispurigen Verbindungsstrasse in Richtung Altenberg schafft eine noch attraktivere Ausweichstrecke zur VOeST Brücke, und wird das Verkehrsaufkommen in Richtung der Steyregger-Brücke noch einmal deutlich steigern. Es ist absolut verständlich, daß Linz die Bevölkerung des Stadtteils Auhof vom Verkehr entlasten will. Daß dies auf dem Rücken der Bevölkerung aus der Nachbargemeinde Steyregg geschieht, ist jedoch inakzeptabel.

Bereits im Jahr 2008 hat der europäische Gerichtshof festgestellt, daß Bund, Länder und Gemeinden verpflichtet sind, bei Grenzwertüberschreitungen wirksame Maßnahmen (sogenannte „Aktionspläne“) für eine saubere Luft zu erlassen. Unternommen wurde von Seiten des Landes seitdem jedoch nichts. Auch die Pleschinger und Windegger Bürger haben jedoch ein Recht auf angemessene Lebensqualität.

Download: Übersichtsplan der ASFINAG

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