Gegen den Stau gibt es nur ein Mittel

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Summerauerbahn
Summerauerbahn, CC Martin Ruderstorfer, Bahnlinz.com

Ob es durch die Sperre der Eisenbahnbrücke und die gleichzeitige Sanierung der Steyregger Brücke nun zu zusätzlichen Staus kommen wird oder nicht, ist eigentlich schon zweitrangig. Tatsache ist, dass es jetzt bereits regelmäßig auf allen Stadteinfahrten von Linz staut, und dringender Handlungsbedarf besteht.

Faktum ist auch, daß sich neue Straßen- oder Brückenverbindungen – selbst wenn man wollte – nicht von heute auf morgen gebaut werden können. Wer regelmäßig mit dem Bus oder dem Auto auf den Staustrecken unterwegs ist, weiß auch, dass zusätzliche Busverbindungen keine Abhilfe schaffen werden, da der Bus trotz Busspur meist genauso im Stau steht.

Unmittelbare Abhilfe für den Verkehrsinfarkt bringen nur Schienenverbindungen, da sie vom Stau nicht betroffen sind. Die Summerauerbahn ist insofern ein wahrer Glücksfall für Steyregg, führt sie doch in Windeseile mitten ins Zentrum von Linz. Das Problem der Summerauerbahn ist jedoch die völlig uninteressante Taktung. Man müsste als absolutes Mindestmaß zumindest alle 30 Minuten eine Verbindung nach Linz anbieten, und in den Morgenstunden nach Möglichkeit gar alle 20 Minuten, um die Verbindung für Pendler interessant zu machen. Und man müsste darüber hinaus Park&Ride Parkplätze entlang der Summerauerbahn massiv ausbauen. Entlang des Bahnhofs Pulgarn im Bereich der Welser Kieswerke gibt es zum Beispiel große freie Flächen, die sich gut als ad-hoc Park&Ride Flächen nutzen ließen.

Das ist natürlich keine Aufgabe der Gemeinde Steyregg, sondern hier sind Land und Stadt Linz gefordert. Insofern ist auch den Vorschlägen von Funktionären der Steyregger ÖVP nichts abzugewinnen, die eine finanzielle Beteiligung Steyreggs an den Kosten von zusätzlichen Busverbindungen mit einem „Citybus“ vorschlagen. Denn auch der Citybus steht im Stau.

Trotzdem sollte auch Steyregg hier Druck machen. Denn eine gute Verbindung mitten in das Stadtzentrum von Linz hilft nicht nur den Steyregger Pendlern. Das würde auch die Attraktivität Steyreggs als Wohn- und Unternehmensstandort deutlich erhöhen, was der Gemeinde wiederum Mehreinnahmen beim Budget bringt.

Wirklich aufpassen sollte man in Steyregg jedoch bei den Linzer Plänen für einen Autobahnanschluss Universität. Denn hier geht es nicht nur um einen Zusatzanschluss für Dornach. Mit der neuen zweispurigen Verbindung von Altenberg auf die Prager Bundesstrasse wird ein fast perfekter Bypass für Linz-Katzbach geschaffen. Und Katzbach vom Verkehr zu entlasten, ist ein klares Ziel der Linzer Stadtpolitik. Dem ganz perfekten Bypass steht dann nur mehr die Kreuzung Freistädter / Mauthausener Straße (Einmündung der Prager Bundesstraße in die Pleschinger Landesstraße) entgegen. Sobald man hier mit einfacher Verordnung des Linzer Gemeinderates die Vorrangregeln zugunsten der Prager Bundesstraße ändert, ist der Bypass perfekt. Und Plesching zahlt den Preis.

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