Grosse Wasserlösung für den Pfenningberg vom Tisch

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Versorgungsgebiet der bestehenden Wassergenossenschaften entlang des Pfenningberges

Absage für Pläne zur Gründung einer Wassergenossenschaft mit dem Ziel der Versorgung bestehender Siedlungen entlang des Pfenningberges

Nach einem gemeinsamen Fokusgespräch zwischen Bürgermeister, Gemeindebediensteten und Wassertechnikern wird der Bürgermeister die Pläne zur Gründung einer neuen und grossen „Wassergenossenschaft Pfenningberg“ vorerst nicht weiterverfolgen. Am Ende dürften die Zweifel des Bürgermeisters in Bezug auf die Beteiligung der betroffenen Bevölkerung, sowie die Sorgen vor den finanziellen Herausforderungen für die Gemeinde als Unterstützerin der Wassergenossenschaft zu groß geworden sein.

Eine Lösung der Probleme der zahlreichen Bewohner mit prekärer Wasserversorgung im Steyregger Hinterland ist damit im Moment nicht in Sicht, denn ein Ausbau durch die Gemeinde Steyregg selbst steht nicht zur Debatte. Und ohne die finanzielle Unterstützung der Gemeinde, sowie wirklich aller politischer Entscheidungsträger, ist ein so großes und visionäres Projekt in meinen Augen nicht machbar. Es ist zu erwarten, dass die Wasserprobleme durch den Klimawandel und vor allem auch den geplanten Ostumfahrungstunnel unter dem Pfenningberg schlagartig größer werden, da durch den Tunnel viel Grundwasser aus dem Berg selbst abfließen wird.

„Plan B“ hängt in der Luft

Auch wenn damit „Plan A“ für eine langfristige Lösung der Wasserversorgung im Steyregger Hinterland vorerst vom Tisch ist, bedeutet das noch nicht, dass nicht andere Maßnahmen zur Stärkung der Wasserversorgung in den Siedlungen des Pfenningberges und Reichenbachtals ergriffen werden können.

Es gibt einen „Plan B“, und dieser sieht eine schrittweise Stärkung der bestehenden Wasserversorgung quasi „von innen heraus“ vor. Konkret geht es darum, die zwei bestehenden kleineren Wassergenossenschaften in Lachstatt und Holzwinden langfristig zu stärken. Aber auch hier bedarf es einer klaren Willensbekundung der Steyregger Politik, die Bewohner der Pfenningbergsiedlungen zumindest finanziell zu unterstützen.

Vernetzung und Wasserreserven

Die Kernelemente dieses Plans „B“ lauten Vernetzung sowie Schaffung von Wasserreserven durch Errichtung von Wasserspeichern für beide Wassergenossenschaften.

Im Augenblick wird vom Land Oberösterreich eine Glasfaser-Verbindungsleitung von der Hackl-Lehner Siedlung bis nach Lachstatt/Daxleitner geplant. Die Wassergenossenschaft Lachstatt plant, im Zuge der Verlegung der Glasfaserleitungen auch den einen Kanalanschluss für ihre Mitglieder herzustellen, also den bestehenden Kanal in der Hackl-Lehner Siedlung bis nach Lachstatt/Daxleitner hinauf zu verlängern. Im Zuge dieser Arbeiten wäre es technisch relativ einfach möglich, auch eine Wasser-Verbindungsleitung zwischen Lachstatt und Hackl-Lehner Siedlung herzustellen, damit sich die beiden Wassergenossenschaften im Notfall gegenseitig mit Wasser versorgen können, wenn irgendwo Probleme in der Versorgung auftreten.

Ehemaliges FF Haus Lachstatt als Wasserspeicher

Die Wassergenossenschaft Lachstatt hat darüber hinaus ein Kaufangebot für das ehemalige Feuerwehrhaus in Lachstatt/Daxleitner gelegt, um dort in den kommenden 15 Jahren einen eigenen Wasserspeicher sowie eine Wasseraufbereitungsanlage einzubauen. Mit dieser Maßnahme könnten sowohl für die Wassergenossenschaft Lachstatt als auch Hackl-Lehner Siedlung ausreichende Speicherkapazitäten geschaffen werden, um auch bei Anlagenausfällen oder Dürre die Wasserversorgung in dem Gebiet sicherstellen zu können.

Das ehemalige Feuerwehrhaus in Lachstatt eignet sich sehr gut zur Wasserspeicherung mit NIRO-Tanks, und bietet darüber hinaus den Vorteil, dass die Speicher im Falle einer zukünftigen Erweiterung des Versorgungsgebietes auch durch Einbau weiterer NIRO Tanks vergrößert werden können. Es bietet ausreichend Platz für die notwendige Wasseraufbereitungsanlage, sowie als Lager für Material und Baumaschinen der Wassergenossenschaft. All das wäre bei der Errichtung von (deutlich kostspieligeren) Speichern unter der Erde nicht möglich, die darüber hinaus auch nicht einfach erweitert werden könnten.

An wen das Haus letztendlich verkauft wird, muss der Gemeinderat von Steyregg klären. Es mangelt nicht an privaten Interessenten für die Immobilie, die über viele Jahrzehnte im Dienste der Öffentlichkeit stand, und darüber hinaus auf Grund errichtet wurde, welcher der Gemeinde kostenlos zur Verfügung gestellt wurde.

An der Entscheidung, ob die Liegenschaft weiterhin im Dienste der Öffentlichkeit eingesetzt wird, oder an private Höchstbietende versteigert werden soll, wird gemessen werden, wieviel den Steyregger Entscheidungsträgern eine funktionierende Wasserversorgung in den Dörfern des Pfenningberges tatsächlich wert ist. Nachdem über Jahre und Jahrzehnte das Steyregger Ortswassernetz mit den Steuereinnahmen der Gemeinde finanziell massiv gefördert wurde, während die Siedlungen des Pfenningberges immer leer ausgingen, wird es nun Zeit, dass die Politik im Hinblick auf diese Zwei-Klassen Gesellschaft der Steyregger Wasserversorgung klar Farbe bekennt.

Weitere Informationen: www.wassergenossenschaft-lachstatt.at

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