Grossprojekte schlagen auf Steyregger Budget durch

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In der kommenden Gemeinderatssitzung am 12. Dezember wird über das Budget für das Jahr 2020, sowie den mittelfristigen Finanzplan der Jahre 2020-2024 entschieden. Bereits jetzt ist klar, dass die aktuellen Grossprojekte den Bewegungsspielraum des Gemeindebudgets in den kommenden 5 Jahren teilweise empfindlich einengen werden.

Die geplante Sanierung der Holzwindenerstrasse, die in Summer vermutlich mehr als 2 Millionen Euro Kosten verursachen wird, wurde bislang noch nicht in den Finanzierungsplan für Steyregg aufgenommen, da im Moment noch einige Untersuchungen ausständig sind.

Selbst ohne der Sanierungskosten für die Holzwindenerstrasse ist das Steyregger Budget zur Ausfinanzierung der aktuellen Projekte voraussichtlich bis zum Jahr 2023 deutlich in den roten Zahlen:

Bei näherer Betrachtung der einzelnen Projekte im sogenannten „Nachweis der Investitionstätigkeit“ erhält man eine gute Übersicht darüber, welche Projekt in Steyregg durch Einnahmen, Subventionen oder dergleichen finanziell „gedeckt“ sind, und welche Projekte alleine durch Schulden finanziert werden.

Die Projekte sind im nachfolgenden Diagramm nach ihrer Schuldenwirksamkeit pro Jahr aufgegliedert. Minusbeträge (Balken nach links) erhöhen die Gesamtschulden Steyreggs (das Projekt wird durch Aufnahme neuer Schulden in dem betreffenden Jahr finanziert), Positivbeträge (Balken nach rechts) vermindern die Gesamtschulden (das Projekt wird durch Rückzahlungen in dem Jahr „ausfinanziert“, also aufgenommene Schulden werden getilgt, oder Rücklagen angelegt). Wiedergegeben wird hierbei lediglich der Zeitraum 2020-2024 (MFP Zeitraum), es kann also sein, dass für das Projekt bereits früher Schulden aufgenommen wurden, oder auch noch später Rückzahlungen oder operative Kosten anfallen.

Die Projekte mit der größten Schuldenwirksamkeit in den Jahren 2020-2024 sind die Aufschliessungsstrasse Pulgarn, die Fussgängerunterführung Sumerauerbahn, der Hochbehälter Steyregg und die Kanalsanierung.

Dabei sticht das Projekt der Fussgängerunterführung Sumerauerbahn besonders ins Auge: Im Gegensatz zu allen anderen Projekten im Finanzierungszeitraum ist das Projekt in keinem einzigen Jahr ausfinanziert, durch Einnahmen oder Rücklagen gedeckt: Mit einem Anteil von 722.200 Euro an der Gesamtschuldenzunahme Steyreggs im Zeitraum 2020 bis 2024 ist es das einzige Projekt, welches im MVP Zeitraum alleine durch Schulden-Neuaufnahme finanziert werden soll, ohne dabei auch nur einen Cent dieser Schulden zurückzahlen zu können.

Noch nicht berücksichtigt wurde im vorliegenden Finanzplan die Sanierung der Holzwindenerstrasse, die voraussichtlich noch einmal Kosten in Höhe von 1,6 bis 2 Millionen Euro verursachen wird. Angesichts der gegenwärtigen Finanzplanung müsste auch dieses Projekt – zumindest bis zum Jahr 2023 – allein durch Schuldenneuaufnahme finanziert werden. Erst ab 2023 würde es bei Beibehaltung der derzeitigen Finanzplanung Spielraum zur Rückzahlung der Investitionskosten für den Neubau der Holzwindenerstrasse geben.

Ob die Sanierung des bereits relativ desolaten Strassenstücks damit noch vor der Wahl im Jahr 2021 stattfinden kann, darf bezweifelt werden – zumindest solange sich an der aktuell vorliegenden Finanzplanung nichts Wesentliches mehr ändern sollte.

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