Gruppenauflösung im Steyregger Kindergarten trotz stetig steigenden Bedarfs?

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Kindergarten Steyregg

Letzte Woche wurde uns die geplante Auflösung der Regenbogengruppe im kommenden Kindergartenjahr kommuniziert, was völlig überraschend kam und alle Beteiligten sehr trifft. Die Herausforderungen der letzten Monate durch Corona, durch die fehlenden Sozialkontakte der Kinder, darüber hinaus durch die Coronafälle im Kindergarten, die wir mit so viel Zusammenhalt innerhalb dieser Gruppe gemeistert haben, haben uns Eltern, die Kinder und auch die gruppenführende Pädagogin Natascha und die Helferin Jasmin noch mehr zusammengeschweißt. Die Pädagoginnen dieser Gruppe leisten hervorragende Arbeit und sind mit ihrem ganzen Herzblut dabei. Sie tun für unsere Kinder mehr, als man je von ihnen verlangen könnte.

Wir richten daher diesen offenen Brief an alle involvierten Instanzen und hoffen, dass Sie uns in Zusammenarbeit und Absprache helfen können, die für 1 Jahr befristete, außerordentliche Finanzierung der Regenbogengruppe zu bewerkstelligen, damit unsere Kinder das nächste Kindergartenjahr gemeinsam starten können – mit ihren vertrauten Pädagog*innen und den lieb gewonnen Freund*innen.

Obwohl es in Oberösterreich keinen Rechtsanspruch auf einen Kindergartenplatz gibt, wird politisch seit Jahren propagiert, dass für alle 3-jährigen ein Kindergartenplatz gesichert ist. Die Stadtgemeinde Steyregg erfährt ein ständiges Wachstum durch Zuzug, welches den Bedarf an Kindergartenplätzen erhöht.

Im kommenden Jahr ist jedoch erstmals und ausnahmsweise ein Einbruch der Anmeldungen gegeben, da viele Familien ihre Kinder einerseits durch die Angst in Bezug auf die Corona-Situation, andererseits durch den finanziellen Bonus, der an die Betreuung der Kinder zuhause auf Grund von Corona gekoppelt ist, zuhause betreuen.

Jedoch ist mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit davon auszugehen, dass nicht nur in den folgenden Jahren ein kontinuierlich wachsender Kindergartenbedarf zu erwarten ist, vor allem durch den laufenden Zuzug in Steyregg. Wir gehen auch stark davon aus, dass mit Rückzug von Corona die Betreuungsnachfrage derer, die ihre Kinder zuhause betreuen, bereits in diesem Kindergartenjahr noch steigen wird. Eine Auflösung der Gruppe nimmt somit den Handlungsspielraum.

Es wäre auch die Qualität der Betreuung der Kinder in Steyregg dementsprechend eingeschränkt, wenn sie nach dem heurigen, durch Corona so erschwerten Jahr, getrennt würden, nur um dann mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit während oder spätestens im drauffolgenden Jahr wieder zusammengeführt zu werden.

Wir sind darüber hinaus der Meinung, dass das Ausreizen der Maximalkapazitäten der einzelnen Gruppen (mit einer Auslastung von sogar bis zu 25 Kindern pro Gruppe) es für nur 2 Pädagog*innen sehr schwer macht, auf die individuellen Bedürfnisse der Kinder einzugehen. Dies betrifft nicht nur die Regenbogengruppe, sondern hat negative Konsequenzen für alle Kinder der Einrichtung, da hier eine entsprechend qualitative Betreuung der Kinder (vor allem solcher, die mehr Zuwendung benötigen) nicht mehr gegeben sein kann.

Ein weiteres Argument ist, dass mit der Schließung dieser 9. Gruppe nun alle Gruppen im Kindergarten zum Äußersten belegt. Wenn nun ein Zuzug während des Jahres stattfindet, wovon auszugehen ist, oder, wenn sich Eltern entschließen ihre Kinder nicht mehr wegen Corona zuhause zu betreuen, haben diese Kinder keinen Platz.

Uns ist bewusst, dass sowohl der Gemeinde Steyregg, als auch der Pfarrcaritas und auch der Kindergartenleitung das Wohl unserer Kinder sehr am Herzen liegt und wir sind überzeugt, dass eine Lösung gefunden wird, die für die Kinder und Beteiligten der Regenbogengruppe keine weitere Benachteiligung darstellt. Auch in Anbetracht des kontinuierlich steigenden Bedarfs an Kindergartenplätzen möchten wir deshalb im Namen aller Eltern von betreuungspflichtigen Kindern in Steyregg dringend um eine Ausnahmegenehmigung für die Regenbogengruppe bitten.

Die Eltern der 21 Kinder der Regenbogengruppe