In eigener Sache

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Logo der Steyregger Zeitung

Die Gründung der Steyregger Zeitung vor mehr als einem Jahr hat besonders in den Kreisen der Steyregger Lokalpolitik für viel Kritik gesorgt. Seitdem stehen in regelmäßigen Intervallen sowohl Interventionen zu kritischen Artikeln, als auch unterschwellige Angriffe gegen die Berichte der Zeitung auf der Tagesordnung.

Die Steyregger Zeitung ist nicht perfekt. Hinter der Zeitung steht ein Team aus jungen und bemühten Steyreggern, die sich auch politisch engagieren. Wir haben uns verpflichtet, unsere politischen und journalistischen Tätigkeitsbereiche so gut als möglich zu trennen, und in der Steyregger Zeitung sachlich und unabhängig zu berichten.

Wir, die Herausgeber der Steyregger Zeitung, mussten uns bei Gründung des Blattes vor allem eine Frage stellen: Wollen wir neben unserer politischen Tätigkeit auch noch die Steyregger Zeitung betreiben, oder sollen wir diese Aktivität lieber bleiben lassen mit der Konsequenz, daß es neben dem Amtsblatt des Bürgermeisters eben keine andere, unabhängige Informationsquelle in Steyregg mehr gibt. Wir haben uns gemäß unserer politischen Überzeugung für die Steyregger Zeitung entschieden. Damit setzen wir uns einerseits Kritik aus, leisten jedoch andererseits unseren Beitrag zu einer besseren Information aller Bürger Steyreggs.

Heute hat der Bürgermeister wiederholt Kritik an unserer Berichterstattung geübt. Sein Vorwurf an uns lautet, Sachverhalte „unnötigerweise zu dramatisieren und zuzuspitzen“. Er fordert uns darüber hinaus zur Veröffentlichung unserer Quellen bzw. seines Mails auf.

Facebook Screenshot - Kommentar BGM Würzburger
Facebook Screenshot – Kommentar von BGM Würzburger

Wir sind der Veröffentlichung unserer Quellen prinzipiell nicht verpflichtet. Im Gegenteil haben wir uns gem. Art. 5 des Pressekodex dazu verpflichtet, Informanten nicht ohne deren ausdrückliche Zustimmung preiszugeben, und Einflussnahme Außenstehender auf unsere Arbeit nicht zu dulden. Aufgrund der Zustimmung bzw. Aufforderung durch den Bürgermeister, sein eigenes E-Mail zu veröffentlichen, kommen wir dieser Aufforderung jedoch gerne nach, und treten damit sämtlichen Unterstellungen sowie Versuchen der politischen Einflussnahme auf unsere Berichterstattung entgegen:

E-Mail des Bürgermeisters von Steyregg an die Steyregger Zeitung vom 23.3.2017: „[…] nein, es gibt keine Verordnung. Es ist eine temporäre Einbahnregelung im Bereich der „Grillwiese“ angedacht (ca. Mai bis September) und deshalb wurden die betroffenen Anrainer zu einem Lokalaugenschein eingeladen. Ich weiß inzwischen, dass diese Idee bei den Landwirten gar nicht gut ankommt und sie werden selbstverständlich Gehör bekommen. Kann leicht sein, dass diese Idee dann wieder verworfen wird. Hintergrund ist bestehender Handlungsbedarf, da es an Hitzetagen am Areal des Pleschinger Sees durch dann chaotische Verkehrssituationen dazu kommen könnte, dass die Zufahrt von Einsatzfahrzeugen nicht mehr gewährleistet wäre. Die Steyregger Polizei hat sich bei einem Runden Tisch, einberufen von der BH-Urfahr, für diese Einbahnvariante ausgesprochen. Es wurde allerdings gleich festgelegt, dass zuvor mit den Anrainern darüber zu sprechen ist.  Als zweite Maßnahme wird jedenfalls ein  Modus erstellt, nach dem hinkünftig die Seezufahrt rechtzeitig gesperrt wird (Kooperation Polizei und Security) um gefährliche Überlastungssituationen zu verhindern.“

Dieses Mail haben wir in unserer Berichterstattung zum Teil wortwörtlich übernommen. Es ist eine Einbahnstraßenregelung von Mai bis September angedacht, um den Problemen im Bereich der Grillwiese zu begegnen. Dazu gab es bereits einen runden Tisch mit Polizei und BH, sowie weitere Gespräche mit den Anrainern.

Weiters haben wir Gespräche mit betroffenen Anrainern in Plesching geführt, die ihre große Befürchtung und Bestürzung darüber äußerten, zusätzlich zur bereits bestehenden Verkehrsproblematik mit noch mehr Verkehr vom Badeseeareal belastet zu werden. Wir haben über die große Verärgerung der Landwirte berichtet, denen die Zufahrt zu Ihren Grundstücken entlang des Sees mit einer Einbahnstrasse deutlich erschwert würde. In allen Teilen dieses Berichts haben wir uns an Fakten und logisch ableitbare Konsequenzen einer derartigen Regelung gehalten.

Es liegt auf der Hand und muss nicht extra ausgeführt werden, daß eine Einbahnstrassenregelung entlang des Sees dazu führt, dass sich die Stauproblematik im Bereich der Donaufeldstrasse / Ampel Freistädterstrasse nach Plesching verlagert, wo überdies keine Ampel existiert.

Drittens haben wir Gespräche mit Vertretern der Linzer Stadtpolitik geführt, die jedoch namentlich nicht genannt werden wollen. Dabei wurden wir insbesondere auf die Probleme im Bereich des Grillplatzes hingewiesen.

In keinem Teil unseres Berichtes haben wir unsachgemäß, dramatisierend oder zuspitzend berichtet. Es war keinesfalls unsere Intention, bewusst schlecht über den Bürgermeister zu schreiben. Jedoch haben wir uns im Pressekodex dazu verpflichtet, auch über politisch unliebsame Themen zu schreiben. Diese Pflicht haben wir hiermit wahrgenommen, in unserem Stil, mit klarer Sprache und Wertung, auch wenn uns das Kritik beschert hat.

Die Pressefreiheit ist ein hohes demokratisches Gut und wir ersuchen sowohl den Bürgermeister, als auch alle anderen Personen und Lokalpolitiker in Steyregg, diese zu achten.

Die Redaktion der SZ