Initiative gegen Transitautobahn „Ostumfahrung“ gestartet

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Transitverkehr (C) Pixabay
Transitverkehr (C) Pixabay

In einer gemeinsamen Initiative des Steyregger Gemeinderats Michael Radhuber mit dem Linzer NEOS Fraktionobmann Lorenz Potocnik, sowie mit Unterstützung des Steyregger Bürgermeisters Hans Würzburger, der Linzer NEOS Fraktion, und sämtlicher Steyregger Gemeinderatsfraktionen, wurde die Initiative „Kein Transit in Linz“ ins Leben gerufen. Eine eigene Webseite wurde eingerichtet, auf der Unterschriften gegen die Trasse durch Linzer Stadtgebiet gesammelt werden: www.kein-transit-linz.at

Die Alarmglocken schrillen: Die vom Land OÖ geplante städtische Trasse der sogenannten „Ostumfahrung“ über Ebelsberg und Steyregg würde vor allem eines bedeuten: Noch mehr Schadstoffe und Abgase, die das Linzer Stadtgebiet belasten. „Da helfen auch keine Unterflurtrassen oder Tunnels, der Dreck bleibt in Linz“, warnt Stadtentwickler und Verkehrssprecher der NEOS in Linz, Lorenz Potocnik. Die aktuelle Grenzwertsituation würde mit der „Ostumfahrung“ durch Linzer und Steyregger Stadtgebiet endgültig kippen. Als erster Schritt will die breit aufgestellte Allianz „Kein-Transit-durch-Linz“ 10.000 Unterschriften sammeln, um das Projekt aus dem dicht bewohnten Ballungs- und Naherholungsraum hinaus zu bekommen.

Bis 2024 soll die Autobahn zwischen Prag und Linz durchgehend befahrbar sein. Der zuständige Landesrat Günther Steinkellner warnt, dass damit eine strategisch wichtige und hoch frequentierte, europäische Transitstrecke geschaffen wird. Mit der auf Stadtgebiet geplanten Trasse einer fälschlich getauften „Ostumfahrung“ würde man sich die Transitlawine zehntausender LKW’s mitsamt Feinstaub und NOx Emissionen unmittelbar in die Stadt holen, warnt Michael Radhuber, Gemeinderat in Steyregg: „Dadurch wird die ohnedies bereits oft grenzwertige Schadstoffbelastung der Luft im Raum Linz noch zusätzlich verschärft. Um weitere Grenzwertüberschreitungen zu vermeiden, werden die Behörden Fahrverbote für den Individualverkehr erlassen müssen, die in erster Linie die Pendler sowie die lokale Wirtschaft brutal treffen.“ Betriebe wie die voestalpine und Chemie Linz werden ihre Emissionen deshalb auch zusätzlich verringern müssen, um die Luftqualität insgesamt auf einem akzeptablen Niveau zu halten.“ Die geplante neue Transitautobahn würde somit den „Supergau für den Verkehr, aber auch für die Wirtschaft bedeuten, denn gegen Grenzwerte helfen auch keine Tunnels.“ Die einzige Möglichkeit wäre daher, eine echte Ostumfahrung zu schaffen, die Trasse also von der Stadt weit wegzurücken. Nicht zuletzt geht es auch um die unmittelbare Lebensqualität von rund 30.000 Menschen in Steyregg und dem Linzer Süden. In Ebelsberg und Pichling wohnen jetzt bereits 20.000 Menschen, diese Zahl wird sich in den nächsten 15 Jahren im Zuge großer und viel gepriesenen Stadterweiterungsprojekte verdoppeln.

Gemeindeübergreifenden Initiative

Die von Michael Radhuber und Lorenz Potocnik initiierte, gemeindeübergreifende Plattform hat den Zweck, die Fehlplanung der „Linzer Transitautobahn“ rechtzeitig aufzuzeigen, und innerhalb der kommenden Wochen möglichst viele Unterschriften von Gemeindebürgern aus dem Linzer Ballungsraum gegen diese neue Stadtautobahn zu sammeln. Diese werden dann zum Abschluss der Begutachtungsfrist des strategischen Umweltprüfungsverfahrens als Einwände eingereicht.

Weiteres Ziel ist selbstverständlich eine Neuprüfung der Varianten. Angesichts der drohenden Transit-LKW-Lawine und bisher absichtlich weit untertriebenen Schätzungen ist das dringend notwendig. „Wir fordern das Land Oberösterreich auf, Alternativen zur gegenwärtigen städtischen Trassenführung ernsthaft zu prüfen, die den LKW-Transitverkehr weiträumig am Linzer Ballungsraum vorbeiführen und so eine echte Ostumfahrung gewährleisten. Die Linzer Bevölkerung, Wirtschaft und Pendler sollen nicht den hohen Preis für diese erneuten Fehlplanungen der Linzer Verkehrspolitik tragen. Oberösterreich darf nicht dasselbe Schicksal wie das Transitbundesland Tirol erleiden.“ fordert Potocnik eine ökonomischere Variante.

Weitere Infos gibt’s unter www.kein-transit-linz.at