Jänner bringt Rekord-Feinstaubbelastung in Steyregg

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Luftverschmutzung

Steyregg und Teile von Linz verzeichneten im Jänner eine rekordverdächtige Schadstoffbelastung der Luft mit ultrafeinem Feinstaub. Feinstaub ist für viele Todesfälle durch Krebs oder Herz-Kreislauferkrankungen verantwortlich.

Verantwortlich für die hohe Feinstaubbelastung waren vor allem die kalten Temperaturen und die Inversionswetterlage. Einerseits haben die kalten Temperaturen dazu geführt, dass sehr viel geheizt wurde, und deshalb viel Feinstaub vor allem von Feststoff Öfen (Holz, Kohle, Pellets) in die Luft geblasen wurde. Die Inversionswetterlage verhinderte die Luftzirkulation, und bündelte den Staub dann in den unteren Luftschichten.

Die Feinstaubbelastung lag die meiste Zeit im Jänner deutlich oberhalb den von der WHO festgesetzten Grenzwerten. An einigen Tagen wurden auch die kurzfristigen Grenzwerte um mehr als das Dreifache überschritten.

Ultrafeiner PM 2,5-Feinstaub gilt als besonders problematisch, da er bis tief in die Lungen und den Blutkreislauf vordringt, und dort Lungenkrankheiten sowie Herz- und Schlaganfälle verursacht. Besonders Kinder sind gefährdet, Lungenkrankheiten wie Asthma zu entwickeln, auch andere geistige Entwicklungsstörungen durch eine zu hohe Feinstaubbelastung wurden bereits nachgewiesen. In neuen Studien wurde auch ein Zusammenhang zwischen erhöhter Feinstaubbelastung und Demenzerkrankungen nachgewiesen.

In Steyregg und in vielen Gebieten von Linz führt die erhöhte Feinstaubbelastung nach wissenschaftlichen Erkenntnissen zu einer um 20% höheren Wahrscheinlichkeit der Erkrankung an Lungenkrebs, sowie einer um 15% erhöhten Wahrscheinlichkeit eines Todes durch Herzinfarkt oder Schlaganfall.

Verantwortlich für die hohe Feinstaubbelastung sind zu mehr als 40% Heizungsanlagen, zu ca. 20% der Verkehr und noch einmal zu rund 20% die Industrie.

Bei den Heizungen sind in erster Linie Feststoff-Öfen das Problem. Es gibt zwar schon seit längerem Feinstaubfilter für Öfen und Kamine, die zwischen 300 und 1.000 Euro pro Stück kosten, jedoch sind diese gesetzlich nicht vorgeschrieben und deshalb auch nur selten eingebaut.

Beim Verkehr sind es in erster Linie Diesel-PKW sowie Benzin-Direkteinspritzer und Baumaschinen, die viel Feinstaub emittieren. Beim Diesel Feinstaub besteht zusätzlich das -Problem, daß er aufgrund seiner chemischen Zusammensetzung hochgiftig und krebserregend wirkt. Seit einiger Zeit besteht auch in Österreich die gesetzliche Möglichkeit zur Erlassung von Umweltzonen und Fahrverboten an belasteten Tagen, jedoch wurden bislang nur wenige solche Zonen in Österreich geschaffen, die immer auch nur ältere LKW im Visier haben.

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