Keine Veranstaltungsbewilligung für Schloss Steyregg

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Schloss Steyregg,
Schloss Steyregg, © Anneli Salo, Wikipedia Commons

Schlosseigentümer Mag. Niklas Salm ließ am Mittwoch via Facebook verlautbaren, daß nach den derzeit geltenden Sicherheitsbestimmungen für Veranstaltungsorte dem Schloss Steyregg keine Veranstaltungsbewilligung erteilt werden kann. So käme zwar der Rittersaal unter der Auflage einer entsprechenden Lüftungsanlage als Veranstaltungsort in Frage, jedoch müsste dieser zur Sicherheit der Gäste über mindestens zwei Fluchtwege ins Freie verfügen.

Das Posting des Schlosseigentümers sorgte für zahlreiche bestürzte Kommentare in Facebook. Ob nun die geplante Landesausstellung 2020 im Schloss stattfinden kann, ist in Frage gestellt.

Und aus! Das war’s dann wohl. Leider!
Das ist das Ende der öffentlichen Veranstaltungen im Schloss Steyregg.
Um öffentliche Veranstaltungen (Konzerte, Lesungen, etc.) abhalten zu können, benötigen wir eine Genehmigung der „Veranstaltungsstätte“ nach §12 Veranstaltungssicherungsgesetz. Gestern gab es vorab eine Begehung mit dem zuständigen Beamten, um zu klären, was wir alles benötigen.
Ergebnis: es ist praktisch unmöglich, eine derartige Bewilligung zu erhalten.
Ein öffentlicher Veranstaltungsraum muss über eine entsprechende Lüftungsanlage verfügen. Also bleibt uns nur der Rittersaal. Der muss zwei Fluchttüren haben. Hat er auch, aber die Türe durch den Backstageraum gilt nicht, weil der Fluchtweg nicht durch Räume führen darf, die anderweitig verwendet werden, weil die Gefahr im Weg stehender Hindernisse gegeben ist. Die Haupttüre hat zwar über vier Meter Durchgangsbreite, aber eine Türe gilt für max. 120 Personen, egal, wie breit sie ist.
Eine öffentliche Veranstaltung im Rittersaal könnte somit max. 120 Personen (inkl. Personal, Künstler, etc.) fassen. Aber auch das geht nicht, weil es mehrere Fluchtwege geben muss und nur einer (mit Abstrichen) den behördlichen Auflagen entspricht.
Im Einzelfall könnten Ausnahmegenehmigungen erteilt werden. Dann müsste der Veranstalter die Veranstaltung an der Gemeinde anzeigen und dann ein aufwendiges Ermittlungsverfahren über sich ergehen lassen. Der Veranstalter bekommt dann Auflagen, deren Umsetzung in den meisten Fällen unrealistisch bzw. unrentabel ist.
Schloss Steyregg schließt somit ungewollt noch ein Stückchen mehr seine Pforten.
Was das wohl für die bevorstehende Landesausstellung bedeuten wird?
Zu guter Letzt ein kleiner Trost: Die Regeln gelten nicht für die Freiflächen. Da obliegt es der Gemeinde, Bewilligungen zu erteilen. Das Public Viewing ist somit nicht betroffen.

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