Landesrechnungshof fordert mehr Maßnahmen für Ausbau und Absicherung der allgemeinen Wasserversorgung

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Oberösterreich hinkt beim Anschlussgrad an die öffentliche Wasserversorgung hinterher. Hausbrunnen sind oft in einem schlechten Zustand, daher besteht Handlungsbedarf. Der Rechnungshof plädiert, Hausbrunnen wo immer möglich durch einen Anschluss an das Versorgungsnetz von Gemeinden oder Wassergenossenschaften zu ersetzen.

In dem heute vorgestellten Bericht des Landesrechnungshofes fordert dieser mehr Bemühungen von Gemeinden und Land beim Ausbau von öffentlichen Wasserversorgungsanlagen. Eklatant ist das Prüfungsergebnis für private Hausbrunnen. Vier von fünf Hausbrunnen weisen Mängel auf.

  • 45 Prozent der Hausbrunnen weisen bakteriologische Mängel auf
  • Zwei Drittel der Hausbrunnen haben bautechnische Mängel
  • Nur ein Viertel der Hausbrunnen können das ganze Jahr über Trinkwasser liefern.

Problematisch ist die zunehmende Trockenheit, die sich in erster Linie auf die Besitzer von Hausbrunnen auswirkt. In diesem Zusammenhang weist der Rechnungshof auf die Bedeutung von alternativen Versorgungsmöglichkeiten für Versorgungsanlagen von Gemeinden oder Wassergenossenschaften hin, damit im Notfall die Wasserversorgung aufrecht erhalten werden kann („zweites Standbein“).

Gemeinden kommen ihrer Überprüfungspflicht nicht nach

Besondere Kritik wird vom Rechnungshof an der in vielen Gemeinden nicht vorgenommenen Überprüfung von Hausbrunnen geübt. Für diese muss von den Besitzern alle 5 Jahre ein aktueller Trinkwasserbefund vorgelegt werden. Die Einhaltung dieser gesetzlichen Prüfungspflicht der Gemeinden soll nun durch das Land Oberösterreich vermehrt kontrolliert und forciert werden.

Versorgungssicherheit muss verbessert werden

Trockenheit, Stromausfälle, Verschmutzungen oder Pandemien sind nur einige der potenziellen Risiken, mit denen Betreiber von Wasserversorgungsanlagen konfrontiert sind. Der Landesrechnungshof fordert deshalb Maßnahmen wie eine ausreichende Notstromversorgung, oder gegenseitige Zusammenschlüsse, umzusetzen. Deshalb sollten Gemeinden nicht nur Trinkwasserversorgungskonzepte, sondern in erster Linie auch Trinkwassernotversorgungspläne entwickeln, um die Versorgung der Bevölkerung im Krisenfall aufrecht erhalten zu können.

Rückenwind für „Aktionsplan 2040“

Mit seinem jüngsten Bericht stärkt der Rechnungshof denjenigen Gemeindevertretern den Rücken, die sich im Rahmen des „Aktionsplans 2040“ für einen langfristigen Ausbau bzw. eine langfristige Absicherung der Wasserversorgung in Steyregg einsetzen. Die Forderungen des Rechnungshofs sind weitgehend ident mit den im Steyregger „Aktionsplan“ projektierten Maßnahmen zur Absicherung der zukünftigen Wasserversorgung in Steyregg.

Zum vollständigen Bericht und der Presseaussendung des Landesrechnungshofs OÖ:

https://www.lrh-ooe.at/47.htm

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