Linzer Ostumfahrung: Jetzt wird es ernst

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Transitverkehr (C) Pixabay
Transitverkehr (C) Pixabay

Leitartikel von Michael Radhuber

Die Gerüchte der vergangenen Tage haben schon klar in diese Richtung gedeutet. Nunmehr ist es fix. Landesrat Steinkellner will das Projekt der Ostumfahrung beschleunigen. Die drohende Transitlawine aus dem Norden schürt Angst und Sorgen, sowohl bei den Bürgern, als auch den Politikern.

2024 soll die Autobahn D3 aus der Tschechei bis nach Wullowitz führen. Bis dahin soll auch die S10 bis an die Grenze praktisch fertiggestellt sein. Damit führt ein neuer Autobahnkorridor von Berlin, über Prag, Linz bis nach Triest und Koper/Capodistria an die Adria. Einer der wichtigsten Häfen Zentraleuropas. Es wird – das ist ganz klar – eine der wichtigsten Hauptverkehrs- und Transitrouten Europas werden. Und diese Autobahn soll mitten durch Steyregg, und auch das Stadtgebiet von Linz Ebelsberg führen.

Doch das Projekt der Ostumfahrung ist nicht unumstritten. Im Herbst 2017 hat sich der Linzer Gemeinderat in einer Resolution an das Land OÖ dafür ausgesprochen, den gewählten Korridor noch einmal zu überdenken. Man hat Angst vor den hohen Kosten dieses Projekts, die am Ende dazu führen könnten, dass die Untertunnelung von Ebelsberg und dem Schiltenbergwald doch noch wegfällt.

Und die Auflagen aus den SEVESO Richtlinien der EU bergen große Genehmigungsrisiken für das Projekt im Bereich des VOEST Areals. Hat man hierfür bereits eine Lösung gefunden? Am Ende des Tages wird man diese Lösung wohl finden, denn auch die VOEST hat großes Interesse daran, einen direkten Anschluss an diese europäische Hauptverkehrsroute zu bekommen.

Leserbrief des Autors zum Thema Ostumfahrung im Kurier OÖ
Leserbrief des Autors zum Thema Ostumfahrung im Kurier OÖ

Bleibt das Problem des Luftsanierungsgebietes in Steyregg. Wie kann eine Transitautobahn in einem ausgewiesenen Luftsanierungsgebiet wie Steyregg genehmigt werden? Die Lösung der Planer ist klar: Man nutzt den Kamineffekt des Tunnels unter dem Pfenningberg, und bläst die Abgase daraus in Treffling hinaus. Die Engerwitzdorfer werden sich darüber sicherlich freuen. Aber ob das in der Praxis dann auch so funktioniert wie in der Theorie? Es darf gezweifelt werden. Die Luft in Steyregg wird dadurch wohl kaum besser werden.

Damit bleibt die Frage an die verantwortlichen Verkehrsplaner des Landes OÖ: Was hat eine internationale Transitautobahn mitten im Ballungsraum einer europäischen Stadt verloren?

Die letzte Chance, diese Frage auch öffentlichkeitswirksam zu stellen, ist schon fast vorbei. Und damit ist das Projekt einer internationalen Transitautobahn mitten durch Steyregg schon fast fix.

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