Machen Bauhofzusammenlegungen immer Sinn?

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Schneepflug

Ein Kommentar von Nikolaus Höfler

Nikolaus Höfler

Forderungen nach Bauhofzusammenlegungen und Bauhofkooperationen klingen auf den ersten Blick verlockend, verspricht man sich dadurch doch Kostensenkungen und effizientere Leistungen. Doch wann bringen derartige Veränderungen wirklich was?

Ein gemeinsamer Bauhof oder eine Bauhofkooperation machen dann wirklich Sinn, wenn

  1. die übergeordneten Verwaltungskosten drastisch reduziert werden können,
  2. Leistungen effizienter und/oder kostengünstiger erbracht werden können.

Zu 1) Der Bauhof ist grundsätzlich in der Steyregger Gemeindeverwaltung voll integriert. So werden etwa Buchhaltung und Lohnverrechnung von den zuständigen Abteilungen am Gemeindeamt abgewickelt. Kosteneinsparungen können an dieser Stelle nicht erwartet werden, da Kooperationen zusätzliche Kostenentflechtungen notwendig machen. Schließlich bleibt Gemeinde eben Gemeinde.

Zu 2) Bauhofzusammenlegungen und -kooperationen führen verständlicherweise zu keiner Personalreduktion. Schließlich bleiben Größe der Gemeinden, Straßenkilometer, sowie die Aufgaben – etwa die Schneeräumung –  unverändert. Insofern sind Personalkosteneinsparungen nicht erwartbar.

Viele Tätigkeiten des Bauhofes sind saisonal bedingt – beispielsweise die Schneeräumung – und lassen sich zeitlich nicht optimieren. Wenn es schneit, muss in beiden Gemeinden gleichzeitig geräumt werden.

Bauhofkooperationen bergen zudem die Gefahr, dass bei länger andauernden Projekten Personalressourcen in einer Gemeinde gebunden sind, während sie in der anderen abgehen. Erfahrungen in bestehenden Bauhofkooperationsgemeinden zeigen deshalb, dass es zu keiner Personalverschränkung gekommen ist. Die Bauhofmitarbeiter sind weiterhin in der eigenen Gemeinde tätig, wo sie überwiegend auch ihren Wohnsitz haben und die Gegebenheiten vor Ort dementsprechend kennen – das ist auch gut für die Gemeinde.

Es bleibt also noch eine Kooperation in Form eines gemeindeübergreifenden Geräte- und Maschinenpools: Ja, darüber können wir reden.

Meine Erwartungen sind aber auch hier gedämpft. Der Steyregger Bauhof ist entsprechend des Bedarfes mit Fahrzeugen und Gerätschaften ausgerüstet. Diese sind vielseitig einsetzbar, die Standzeiten dementsprechend gering. Insofern würden allfällige Einsparungen durch Kooperationen sehr überschaubar bleiben.

Fazit: Bauhofzusammenlegungen und -kooperationen können bei kleinen, räumlich nahegelegenen Gemeinden durchaus Sinn machen. Ein Mehrwert für Steyregg und seine Gemeindebürger/innen ist durch einen gemeindeübergreifenden Bauhof allerdings nicht erkennbar.

Nachsatz: Die unattraktive Entlohnung der Bauhofmitarbeiter und die damit verbundenen Schwierigkeiten der Gemeinde bei Personalnachbesetzungen sind seit Jahren bekannt. Hier ist dringend eine Systemumstellung erforderlich: Weg von der ausbildungsbezogenen Entlohnung, hin zu einer aufgabenorientierten Entlohnung.