Maßnahmen für Plesching anvisiert

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Pleschinger Landesstrasse
Pleschinger Landesstrasse

Seit vielen Jahren ist die Verkehrsbelastung in Plesching und Windegg ein großes Thema für die betroffene Bevölkerung. In den Jahren 2008 bis 2010 haben sowohl Luftgüte- als auch Lärmmessungen gezeigt, dass einerseits sowohl die Lärmbelastung in Plesching deutlich über den gesetzlichen Grenzwerten liegt, und andererseits auch eine deutliche Überschreitung des Grenzwertes für Feinstaubemissionen registriert wurde. In beiden Fällen wurde der Verkehr als Hauptverursacher ausgemacht.

Trotz dieser Erkenntnisse hat das Land Oberösterreich seither keine Maßnahmen zur Verbesserung der Situation in Plesching (und Windegg, wo ebenfalls Grenzwertüberschreitungen registriert wurden) ergriffen – obwohl es eigentlich dazu verpflichtet wäre. Nunmehr soll im Norden von Linz ein großes Verkehrsprojekt umgesetzt werden: Die Autobahn soll einen neuen Autobahnanschluss bei der Universität bekommen, der vorerst nur als Halbanschluss realisiert werden soll – also mit Auf- und Abfahrten vorerst nur aus bzw. in Richtung Linz. Dazu soll eine leistungsfähige Verbindungsstraße zwischen der Universität und der Prager Bundesstraße (B125) entstehen. Das prognostizierte Verkehrsaufkommen auf dieser Verbindungsstraße beträgt mehr als 16.000 KfZ pro Werktag – das ist fast doppelt so viel, wie aktuell in Plesching. Die Altenbergerstraße im Stadtteil Auhof soll im Gegenzug in eine verkehrsberuhigte 30-er Zone zurückgebaut werden.

Das Verkehrsministerium hat in den vergangenen Jahren geprüft, ob für diese Baumaßnahmen eine Umweltverträglichkeitsprüfung (UVP) durchgeführt werden soll. Ergebnis: Der Schwellenwert wurde knapp verfehlt, es ist keine UVP nötig. Für die Gemeinde Steyregg bedeutet das, dass wir durch diese Entscheidung sämtliche Mitspracherechte bei den Bauvorhaben von ASFINAG, Land OÖ und Stadt Linz verloren haben. Denn ein solches Mitspracherecht hätten wir nur gehabt, wenn eine UVP stattgefunden wäre.

Der Bürgermeister hat nun vom Verkehrsministerium die Unterlagen zu der Entscheidung  angefordert. Dabei ist uns aufgefallen, dass insbesondere in den Verkehrsuntersuchungen der ASFINAG einige Fragen offen geblieben sind; darüber hinaus wurde das Gemeindegebiet von Steyregg in diesen Untersuchungen nicht einmal berücksichtigt. Auf dieser Grundlage kann aus unserer Sicht keine seriöse Entscheidung darüber getroffen werden, wie sich die Bauvorhaben im Norden von Linz auf Steyregger Gemeindegebiet auswirken werden. Denn eines wollen wir ganz sicher nicht haben: Eine „Ostumfahrung im Kleinformat“ durch Plesching ind Windegg, als Umfahrungsstraße zur dauerverstopften A7 Mühlkreisautobahn.

Der Bürgermeister sowie alle im Stadtrat vertretenen Fraktionen haben nun einstimmig die Entscheidung getroffen, diese Angelegenheit weiter zu verfolgen, und alles daran zu setzen, dass doch noch eine Umweltverträglichkeitsprüfung für die neuen Straßen und Autobahnanschlüsse durchgeführt wird, und dabei auch alle Fakten auf den Tisch gelegt werden. Nachdem ich als ehemaliger Pleschinger schon sehr lange in diese Angelegenheit involviert bin, werde ich die Gemeinde hier mit Rat und Tat begleiten. Denn die Situation in Plesching soll nicht schlechter, sondern mittelfristig besser werden. Unser gemeinsames Ziel ist, etwas für die betroffenen Menschen zu unternehmen, und die Lebensqualität in Steyregg zu verbessern.

Ob wir als Gemeinde Steyregg mit unserer Forderung nach Durchführung einer UVP Erfolg haben werden, kann im Moment niemand sagen. Wir werden es zumindest versuchen – im Interesse der Steyregger Bevölkerung. Ich werde an dieser oder auch anderer Stelle versuchen, Sie über die aktuellen Entwicklungen in der Angelegenheit regelmäßig am Laufenden zu halten.

Michael Radhuber