Nachhaltige Bodenbewirtschaftung ist ein Schlüssel zur Klimarettung

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Teil 2 unserer Serie zum Klimawandel beschäftigt sich mit der Landwirtschaft, und wie sie die Klimakrise unseres Planeten lösen könnte.

Es mag vielen nicht bekannt sein, aber seit Beginn der industriellen Revolution hat die Landwirtschaft mehr Treibhausgase in die Atmosphäre unseres Planeten freigesetzt als Kohle, Öl und Erdgas zusammen. Nach Jahrzehnten der intensiven, landwirtschaftlichen Bewirtschaftung enthalten die europäischen Ackerböden heute so wenig Humus, dass sie im wissenschaftlichen Sinn als Wüstenböden klassifiziert werden.

Aber es soll hier nicht darum gehen, die Schuld am Klimawandel bestimmten Bevölkerungsgruppen in die Schuhe zu schieben, denn Verantwortung tragen wir alle. Das Ziel ist vielmehr, Lösungen zur Bewältigung der Klimakrise aufzuzeigen, über die bislang nur wenig gesprochen wird. Der französische Außenminister hat bereits 2015 die Initiative „4 Promille“ gestartet, die aufzeigt, dass ein jährlicher Zuwachs von 4 Promille, also 0,4 Prozent des CO2 Gehalts in den Böden unseres Planeten dazu beitragen würde, alle CO2 Emissionen des gesamten Planeten komplett zu neutralisieren. Tatsächlich enthalten die Böden dieses, unseres Planeten Erde 2-3 mal mehr Kohlendioxid als die gesamte Atmosphäre.

Die Agrowissenschafterin Ute Scheub hat in ihrem Buch „Die Humusrevolution“ aufgezeigt, dass ein Prozent mehr Humusanteil in den Böden dieses Planeten dazu beitragen würde, den Gehalt an Treibhausgasen in unserer Atmosphäre wieder auf sichere Levels zu bringen, und wieder ein normales Klima auf diesem Planeten herzustellen.

Wie kann man nun den Humusanteil unserer Böden erhöhen, um dadurch mehr Treibhausgase darin zu speichern? Die Wissenschaft emfpiehlt in erster Linie folgende Maßnahmen:

  • Böden nicht kahl belassen und weniger bearbeiten, um Verluste von Kohlendioxid zu vermeiden.
  • Böden mit Mist und Kompost düngen, jedoch keine Gülle (Gülle biologischen Kläranlagen zuführen).
  • Biologische Bodenbewirtschaftung, Verzicht auf Pflanzenschutzmittel, Kunstdünger sowie andere chemische Mittel.
  • Bäume und Hülsenfrüchte pflanzen/säen, die auch Stickstoff aus der Luft in den Böden binden, und die Böden dadurch düngen.
  • Umstellung auf pfluglose Landwirtschaft, Direktsaat.
  • Freilandhaltung von Vieh.
  • Äcker, Wiesen und Wälder in den trockenen und halbtrockenen Gebieten dieser Erde wiederherstellen / wiederaufforsten.

Was sind die Vorteile von Humusaufbau in den Böden?

  • Ein hoher Humusanteil der Böden bewahrt die Böden vor Bodenerosion.
  • Er trägt dazu bei, mehr Wasser in den Böden speichern zu können, und schützt somit vor Überschwemmungen bei Starkregen sowie vor Austrocknung der Böden bei Dürre.
  • Humus wirkt als natürlicher Dünger für Pflanzen.
  • Er trägt zur Biodiversität und somit Widerstandsfähigkeit der Böden gegen Krankheiten und Schädlinge bei.

Der österreichische Film „Humus, die vergessene Klimachance“ (mehr Infos hier), der dieses Thema sehr anschaulich erklärt, kann hier betrachtet werden. Hier kann er auch käuflich erworben werden. Viel Spass beim Betrachten!