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INFOMAIL 02.10.2018
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Blackout
Es ist Dienstag, der 12. Jänner 2021, als in Steyregg ind ganz Östereich das Licht ausgeht.
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BÜRGERTalk


Liebe Leserinnen und Leser!

Kommenden Samstag findet der alljährliche Zivilschutz-Probealarm statt, und ist damit eine gute Gelegenheit, über Zivilschutzvorkehrungen in unserem Land sowie unserer Gemeinde nachzudenken. Für mich im Konkreten gab allerdings nicht der Zivilschutz-Probealarm den Ausschlag, über Zivilschutz-Vorkehrungen nachzudenken, sondern eine Sitzung des Prüfungsausschusses, in der wir uns mit dem geplanten Wasser-Hochbehälter für Steyregg beschäftigten. Als wir in dieser Sitzung mit den Planern des Hochbehälters diskutierten, wurde neben vielen anderen Punkten auch das Thema eines allgemeinen Stromausfalls gestreift. Die Planer vertraten dabei die Meinung, dass man Notsituationen wie Stromausfälle bei der Planung solcher Hochbehälter nicht berücksichtigen könne, man müsse sozusagen vom Normzustand einer funktionierenden Stromversorgung ausgehen.

Nun, hier geht es nicht um irgendwelche technischen Kleinigkeiten oder sonstigen Firlefanz, sondern um die grundsätzliche Frage, unter welchen technischen Annahmen man essentielle Infrastrukturen der öffentlichen Hand planen soll. Und die Aussage der Planer dieses Hochbehälters widersprach so ziemlich allen Prinzipien einer sinnvollen und vorausschauenden Planung, die ich für notwendig erachte. Es geht hier im Wesentlichen nur um eine Frage: Soll die Steyregger Wasserversorgung auch bei Stromausfällen funktionieren, oder nicht?

Ich bin mit 16 Jahren, im Jahr 1996, in das Rote Kreuz eingetreten, und habe mich dort viele Jahre mit Themen wie Notfallmedizin und Katastrophenmanagement beschäftigt (und tue das auch heute noch sehr gerne). Kurz vor der Jahrtausendwende habe ich ein Jahr in Kolumbien verbracht, das damals in weiten Teilen ein Kriegsgebiet war, und dort für das internationale Rote Kreuz gearbeitet. Das war eine sehr lehrreiche Zeit mit vielen schönen, jedoch auch unschönen Erinnerungen. Es war vor allem eine Zeit, die einen prägt, und diese Prägung bleibt einem ein Leben lang erhalten.

Eines steht mit Sicherheit fest: Die Versorgung mit essentiellen Infrastrukturen wie Wasser, Telefon oder Strom hat in Österreich über viele Jahre und Jahrzehnte so gut funktioniert, dass wir heute zu fest auf unsere technischen Errungenschaften vertrauen, und – mit einigen Ausnahmen, wie zB dem Land Tirol - zu wenig in Krisenvorbeugung und Krisenmanagement investieren. Das ist gerade im Hinblick auf die Stromversorgung fatal. Denn auch wenn wir es (noch) nicht bemerkt haben, die Stromversorgung ist in den letzten Jahren immer unsicherer geworden. Die gegenseitigen Abhängigkeiten und die Dezentralisierung im Stromnetz werden immer größer, und sowohl bei den Strom-, als auch bei den Leitungskapazitäten gibt es immer weniger Reserven.

Die Kosten für das Strom-Engpassmanagement in Österreich sind in den letzten Jahren sprunghaft angestiegen. In anderen Worten: Die Versorgungslage wird immer volatiler. Es gilt heute unter Experten als wahrscheinlich, dass es innerhalb der kommenden 5 Jahre zu einem größeren Stromausfall („Blackout“) kommen wird.

Wir müssen uns besser auf solche Ereignisse vorbereiten, sowohl als Bürger, als auch als Gemeinde. Mehr als die Hälfte der Bevölkerung Österreichs besitzt nur Lebensmittelvorräte für maximal 4-5 Tage. Die Gemeinde Steyregg besitzt weder spezifische Notfallpläne zum Umgang mit Blackouts, noch verfügt sie über ausreichende Vorhaltungen für ein effizientes Krisenmanagement im Fall eines Blackouts. Und nun wird auch unsere Wasserversorgung so geplant, dass sie im Fall eines Blackouts für einige Bürger sofort, für andere bereits nach kurzer Zeit ausfällt.

In jeder Krisensituation gilt es, für die betroffene Bevölkerung zuallererst eine funktionierende Wasserversorgung sicherzustellen. Das beste Mittel im Umgang mit Katastrophen ist noch immer eine gründliche Vorbereitung auf solche Katastrophenszenarien. Wir benötigen ein Versorgungskonzept für Wasser, das auch im Fall von längeren Katastrophen, wie zB Blackouts, funktioniert.

In meiner Artikelserie zum Thema „Blackout“, die Sie auf der Webseite der Steyregger Zeitung unter www.steyregg.com nachlesen können, versuche ich zu erklären, was Ereignisse wie ein Blackout für Gesellschaft und Sicherheit Österreichs bedeuten. Ich möchte hier gleich vorwegnehmen, dass ich diese Annahmen nicht selbst erfunden habe. Vielmehr stütze ich mich auf eine interessante und aufschlussreiche Fallstudie namhafter Experten des österreichischen Bundesheeres und Katastrophenschutzes, die sich im vergangenen Jahr intensiv mit derartigen Ereignissen auseinandersetzten.

Ich möchte Sie an dieser Stelle einladen diese Artikelserie kritisch zu verfolgen, und für Sie selbst zu reflektieren, was ein längerer Blackout für Sie persönlich bedeuten würde. Am Ende der Artikelserie werde ich noch genauer auf mögliche Selbstschutz- und Vorbereitungsmaßnahmen jedes einzelnen Bürgers eingehen, und auch mögliche Vorbereitungsmaßnahmen auf Seiten der Gemeinden ansprechen.

Ihr,

Michael Radhuber

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