Radweg Steyregger Brücke: Letzte Chance… vorbei?

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Baustelle Steyregger Brücke. Bild: Radlobby OÖ
Baustelle Steyregger Brücke. Bild: Radlobby OÖ

Auf Nachfrage der OÖN erteilt Landesrat Günther Steinkellner (FPÖ) heute den Wünschen der Linzer und Steyregger nach Ausbau des unterwasserseitigen Radweges auf der Steyregger Brücke eine – anscheinend – endültige Absage. Aktuell sind auf der unterwasserseite 200cm Breite geplant. Benötigt werden laut Richtlinien jedoch 250cm. Laut Radlobby sind neben den beiden vorhandenen Fahstreifen noch 2 Meter Platz für den Ausbau des Radweges verfügbar.

Damit dürfte es in Zukunft auf der Steyregger Brücke zu einer Aufteilung von Fußgängern und Radfahrern kommen, wonach Fußgänger nur den unterwasserseitigen Weg benutzen dürfen, und Radfahrer nur den oberwasserseitigen. So sehen es zumindest die einschlägigen Richtlinien und Normen für Radwege und Fußwege vor, und es ist nur schwer vorstellbar, dass sich das Land OÖ über diese Normen hinwegsetzen wird.

Mindestbreiten für gemischte Geh-und Radwege.
Mindestbreiten für gemischte Geh-und Radwege. Aus: RVS 03.02.12. In der aktuellen Planung bzw. Realisierung erfüllt keine Seite der Steyregger Brücke die Kriterien für gemischte Geh- und Radwege auf der Steyregger Brücke. Die Aufteilung von Fuss- und Radverkehr auf je eine Seite der Brücke ist daher vorprogrammiert.

Für die Radfahrer würde dies eine herbe Niederlage bedeuten. Ein einseitiger Radweg auf der Steyregger Brücke führt sowohl für Radfahrer als auch für Fußgänger zu großen Umwegen von mehr als einem Kilometer beim Überqueren der Brücke.

Zuerst hatten sowohl Steyregg als auch die Stadt Linz eine Kostenbeteiligung für den Ausbau des unterwasserseitigen Radweges angeboten. Sogar private Sponsoren hatten laut Radlobby angeboten, sich an den Kosten für den Radwegausbau mit bis zu € 40.000,- zu beteiligen.

Auch für Steyregg bedeutet diese wesentlich schlechtere Radwegsanbindung an Linz eine herbe Niederlage. Eine Radhauptroute mit zweiseitigem Radweg auch auf der Steyregger Brücke hätte sich ohne Zweifel auch sehr positiv für die touristische Entwicklung von Steyregg ausgewirkt.

Die Radlobby will die von Landesrat Steinkellner genannten Kostenschätzungen für den 50cm breiten Ausbau des Radweges in Höhe von mehr als 200.000 Euro nicht akzeptieren, und stellt weitere Protestmaßnahmen in den Raum, an denen sich auch Linzer Stadtpolitiker beteiligen wollen. Am Steyregger Gemeindeamt herrscht – mit Ausnahme einiger Fraktionsvertreter des Gemeinderates, die sich seit jeher aktiv an den Protesten beteiligen – zu dem Thema im Moment absolute Funkstille.

Querschnitt der Steyregger Brücke nach erfolgter Sanierung
Querschnitt der Steyregger Brücke nach erfolgter Sanierung

Link: Presseaussendung der Radlobby OÖ vom 12. Juli 2017

Download: Querschnittsplan Steyregger Brücke nach Sanierung (PDF)