So meistert Steyregg gemeinsam die Krise

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Die kommenden Wochen werden für alle eine Herausforderung. Besonders wichtig ist, die ältere Bevölkerung zu schützen. Die Wissenschaft zeigt uns hierfür den Weg, und wir benötigen die Disziplin, diese Vorgaben streng umzusetzen. Allgemein gilt: Die Vorgaben der Behörden sind nur das Mindestmaß an Sicherheitsmaßnahmen, die wir umsetzen müssen. Wir sammeln darüber hinaus Tips und Ratschläge, um die Krise in Steyregg noch besser zu überstehen:

Beachten Sie unbedingt die allgemeinen Sicherheitsratschläge der Behörden:

Wenn Sie außer Haus gehen müssen: Besorgen Sie sich in Ihrer Apotheke ein Fläschchen Händedesinfektionsmittel, das Sie immer mit sich führen. Jedes mal, nachdem Sie aus Geschäften kommen, oder ganz allgemein Gegenstände berührt haben, die auch andere Personen regelmäßig berühren (Tankstellen, Bankomatkassen, etc…), waschen oder desinfizieren Sie ihre Hände! Damit schützen Sie sich selbst und verhindern die weitere Verbreitung des Virus. Hier finden Sie eine Anleitung hierfür.

Besonders bei Kontakt mit älteren Personen: Halten Sie 2m Abstand, vor allem beim Sprechen, oder bedecken Sie Mund und Nase mit einem Taschentuch, einem Stofftuch (zB Halstuch) oder einer Gesichtsmaske. Niessen oder husten Sie nicht in Nähe von anderen Personen, falls doch, niessen Sie in Ihren Ellbogen! Ausnahmslos jeder Mensch „spuckt“ beim Sprechen, und natürlich beim Niessen und Husten, ganz kleine Tröpfchen von sich, die andere Menschen infizieren können. Deshalb gilt es Abstand von anderen zu halten, und am besten Mund und Nase zu bedecken, damit wir diese teils mikroskopisch kleinen Tröpfchen nicht von uns „spucken“.

Tröpfcheninfektion bei Sprechen. (C) Fotolia

Wenn Sie selbst ein Geschäft, eine Tankstelle oder ein Gasthaus bzw. der Öffentlichkeit zugängliches Gebäude (Fahrzeug) betreiben oder bewirtschaften:

Stellen Sie der Öffentlichkeit im Eingangs-/Ausgangsbereich eine Möglichkeit zur Händedesinfektion zur Verfügung. Sie benötigen dazu keinen professionellen Desinfektionsspender, ein altes ausgewaschenes Flüssigseifengefäß mit Spenderhebel genügt vollkommen. Sie können Händedesinfektionsmittel nach dem Rezept der WHO auch einfach und fast umsonst selbst herstellen (wir empfehlen hierfür das Rezept mit Ethanol da hautverträglicher): Anleitung der Weltgesundheitsorganisation zur Desinfektionsmittelherstellung

Desinfizieren Sie regelmäßig sämtliche Oberflächen und Gegenstände in ihrem Gebäude, Lokal oder Fahrzeug, mit denen andere Menschen in Kontakt kommen (Einkaufswagen, Zapfsäulen, Bankomatkassen, Griffe, Türklinken, Knöpfe, usw.). Coronaviren können bis zu 9 Tage auf der Oberfläche von Gegenständen überleben und dadurch relativ einfach andere Menschen infizieren, die diese Oberflächen berühren. Benutzen Sie hierfür am besten Aktivchlor (Natriumhypochlorit) mit einer Konzentration von mindestens 0,21% (Einwirkzeit mind. 30 Sekunden) oder 75% Alkohol (Einwirkzeit 60 Sekunden). Achten Sie bei der grossflächigen Sprühdesinfektion in geschlossenen Räumen auf ausreichende Durchlüftung bzw. Atemschutz! (Quelle: Journal of Hospital Infection)

Luftfeuchtigkeit dürfte eine Rolle bei der Ausbreitung des Virus spielen, vermutlich sogar eine große. Je höher die Luftfeuchtigkeit, desto weniger Ansteckungen und vermutlich auch weniger schwere Fälle an Erkrankungen. Achten Sie deshalb zuhause, aber auch überall anders – wo möglich – auf eine möglichst hohe Luftfeuchtigkeit. (Mehr dazu)

Stellen Sie vorsichtshalber sämtliche Lüftungsanlagen in öffentlichen Gebäuden und Fahrzeugen auf Luftzufuhr von außen um, keine Umluft (auch wenn Sie dadurch mehr Energie verbrauchen)! In der Wissenschaft wird gerade darüber diskutiert, wie sehr Lüftungsanlagen zu einer Verbreitung des Virus beitragen können. Es gibt dazu noch keine gesicherten Erkenntnisse, aber sehr wohl einige Indizien. Im Sinne des Vorsichtsprinzips wird daher empfohlen, keine Umluft-Lüftungen in öffentlichen Gebäuden oder Fahrzeugen zu betreiben, sondern auf reine Außenluftzufuhr umzustellen. (Mehr)

Keine Maske – kein Eintritt! Keine falsche Scheu vor Selbstschutzmaßnahmen! Wenn Sie in Geschäften oder öffentlichen Gebäuden arbeiten müssen, schützen Sie sich selbst, indem Sie andere Menschen dazu auffordern, Mund und Nase in ihren Räumlichkeiten mit einer Maske oder einem Stofftuch/Halstuch zu bedecken. Nur so können Sie sich vor der Infektion durch Tröpfchen anderer Personen schützen. Die asiatischen Länder sind bislang die einzigen, die Erfolg in der Bekämpfung des Coronaausbruchs haben. Diese Länder setzen massiv auf Gesichtsmaskenpflicht an belebten Orten. (Hierfür benötigt es nicht unbedingt einer chirurgischen Gesichtsmaske, die momentan weitgehend ausverkauft sind. Es genügt, Mund und Nase mit einem Taschentuch oder einem Stofftuch/Halstuch zu bedecken, bis wieder ausreichend Gesichtsmasken nachproduziert wurden! Noch besser: Gesichtsmasken aus alten Geschirrtüchern, doppellagig, selbst nähen.)

Maskenpflicht bei Einkaufszentrum in Südkorea. Diese und ähnliche Hinweise sind im Moment fast überall an Eingängen zu öffentlichen Gebäuden, Verkehrsmitteln, Geschäften usw zu finden.

Wenn bzw. sobald Sie selbst erkranken:

  1. Keine Panik, früher oder später erwischt es die meisten von uns!
  2. Bleiben Sie zuhause in Isolation, absolut kein Kontakt mit älteren Personen oder Personen mit (Vor-)Erkrankungen!
  3. Schützen Sie sich selbst: Lassen Sie für zumindest 10 Tage sämtliche Arbeiten und Anstrengungen bleiben. Werfen Sie sich auf die Couch mit einem guten Buch, Film oder einem Netflix Serienmarathon. Achten Sie auf möglichst hohe Luftfeuchtigkeit in ihren Räumlichkeiten, zum Beispiel durch regelmässiges Wäscheaufhängen im Inneren. Inhalieren Sie, wenn es Ihnen gut tut. Pflegen Sie sich und ihren Körper so gut sie können durch Nichtstun und Entspannen. Wir sehen in Italien im Moment in mehreren Fällen einen für 6 bis 7 Tage relativ milden Verlauf, der dann um den 7. Tag plötzlich umschlägt und akut wird. Insbesondere auch bei Personen über 30 bzw. 40 Jahren. Deshalb: Unterschätzen Sie einen milden Verlauf zu Beginn nicht. Schonen Sie sich von Beginn an so gut als möglich, und beugem Sie damit diesem späteren Umschwung in die Akutphase vor!
  4. Ein typisches Symptom, das eher am Ende der Krankheit zu erwarten ist, ist der (teilweise) Verlust des Geschmacks- und Geruchssinns (Mehr dazu).
  5. Schonen Sie die Lungen und beugen Sie Lungenentzündungen vor!
  • bitte legen Sie sich nicht wie bei einer Erkältung ins Bett. Wenn Ihr Zustand es auch nur annähernd zulässt, bleiben sie mit aufrechtem Oberkörper, mindestens aber 30 Grad, sitzen.
  • Heben Sie mehrmals täglich die Arme, um die Lunge weit zu machen. Atmen Sie tief ein und aus. Versuchen Sie, zu husten.
  • Sekret kann nur abgehustet werden, wenn Sie genug getrunken haben. Hat Ihr Arzt Ihnen keine Trinkmenge verordnet, trinken Sie bitte ausreichend Flüssigkeit, damit die Lunge überhaupt Sekret produzieren kann. Kann sie das nicht, verdickt das Sekret und Sie können es nicht mehr abhusten. Hoch die Tassen! Und zwar mit nichtalkoholischen Getränken, die Sie mögen.
  • Wenn Sie noch irgendwo ein altes „Pusteröhrchen“ haben, ist jetzt der beste Moment dafür. Stündlich wäre nicht übertrieben. Bitte stellen Sie es außer Reichweite anderer. Am Mundstück und auf dem Gerät selbst sitzen Keime aus Ihrer Ausatemluft.
  • Haben Sie kein solches Gerät, kann man sich anders behelfen: Pusten Sie durch Trinkhalme. Oder lassen Sie sich Luftballone mitbringen und pusten stündlich einen auf. Auch Trinkhalme und Ballons bitte außer Reichweite anderer lagern. Auch dort sitzen Keime von Ihrem Mund. Stündlich den gleichen Ballon aufpusten. Das ist sehr anstrengend, beugt aber Atelektasen vor.
  • Ab ans Fenster! Frische Luft ist wichtig. Lüften Sie auch Ihr Zimmer. Die alte Weisheit, man würde sich eine Lungenentzündung durch Verkühlen holen, ist völliger Quatsch. Die Lunge BENÖTIGT frische Luft. Und nein, auch „Zug“ macht Sie nicht krank. Jede Brise Luft hilft und beugt vor. Ab mit der Luft in die Lungen.
  • Nehmen Sie keine Hustenstiller. Husten ist das, was Sie schützt. Immer raus damit. Seien Sie froh über jeden Abhuster. Das Taschentuch bitte in Ihren persönlichen Müllbeutel, den Sie schließen (Pflegetips Quelle)

Gibt es nicht schon Medikamente gegen das Coronavirus?

Ich habe länger vermieden, zu dieser Frage öffentlich Stellung zu beziehen, da in Wissenschaft und Farmakologie gerade ein immens dogmatischer und eitler Streit darüber herrscht. Deshalb verweise ich hier auf den Blog von Peter Michael Lingens, der die Thematik passend zusammengefasst hat. Fakt ist, neben Tocilizumab, das in schlimmen Fällen helfen kann, die Lungenentzündung zu bremsen, und Remdesivir, einem gescheiterten Ebola-Mittel, das nun für SARS-CoV-2 reaktiviert werden soll, haben (nicht nur) in-vitro Studien (zB in Nature) ein altbekanntes Medikament als höchst-erfolgreich in der Belämpfung des Coronavirus ausgemacht: Chloroquin. Das Medikament heisst bei uns Resochin, in Frankreich Plaquenil, in Deutschland Quensyl, und baut auf dem Wirkstoff Chloroquin(di)phosphat bzw. Hydroxychloroquin. Es wird seit mehr als 60 Jahren in der Medizin verwendet, und wurde schon viele Milliarden Male angewandt. Ich hatte es selbst auch schon öfters genommen, es war viele Jahre lang auch ein gängiges Anti-Malariamittel. China und Südkorea setzen das Mittel seit einiger Zeit relativ erfolgreich ein.

Der Profitkrieg des Jahrtausends?

Fakt ist, Chloroquin ist in Dosen von mehr als 2g tödlich (so wie viele andere Medikamente auch). Bei richtiger Anwendung in Dosen von 200 bis max. 600mg pro Tag sollte es ausser ein paar leichten Nebenwirkungen bei normalen, gesunden Menschen keine Probleme geben. Damit es gegen den Coronavirus hilft, muss man es jedoch rechtzeitig einnehmen, nicht erst dann, wenn die Lunge durch den Virus schon massiv geschädigt ist. Das Medikament wirkt virostatisch, verhindert also die Vermehrung des Virus und trägt damit dazu bei, dass der Virus sich vom Rachenraum ausgehend nicht weiter in der Lunge festsetzen kann. Jedoch ist der Patentschutz auf Chloroquin schon seit langem ausgelaufen, weshalb es in der Pharmaindustrie keine grossen Gewinne mehr verspricht. Es darf deshalb die Vermutung geäußert werden, dass aus Sicht der Pharmaindustrie andere patentierte Medikamente, für die viel Geld verlangt werden kann, erwünschter wären. (siehe auch: Blog von J.D. Michel)

Chloroquin überall ausverkauft

Das Problem ist: Chloroquin ist in Österreich momentan überall ausverkauft. Deutschland hat noch Reserven, exportiert diese jedoch nicht nach Österreich. Frankreich ebensowenig. Deutschland als auch andere Länder haben bei Pharmaunternehmen bereits viel Chloroquin nachbestellt, von Österreich ist mir diesbezüglich noch nichts bekannt.

Anm.: Artikel wird laufend aktualisiert und erweitert. Wenn auch Sie Ideen zum Umgang mit Corona haben, kontaktieren Sie uns auf Facebook oder unter zeitung (at) steyregg.com. Alle Angaben ohne Gewähr. Der Artikel spiegelt in vielen Bereichen auch die persönliche Meinung und die Erfahrungen des Autors wider.

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