Sonntag, 17. Jänner 2021, Tag 5

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  • Kampf um das Überleben, hungernde Menschen
  • Ansteigen der Selbstmordrate
  • Erhöhte Seuchengefahr
  • Zusammenbruch der öffentlichen Ordnung und Sicherheit in Teilen des Landes

In Steyregg sind allein in den vergangenen vier Tagen 16 Menschen verstorben. Seitdem in den Linzer Spitälern keine Dialyse und andere lebenserhaltenden Behandlungen mehr durchgeführt werden können, sind weitere sechs Menschen ihren Vorerkrankungen erlegen.

In der Gemeinde machen Geschichten die Runde, dass auf der Westautobahn Menschen vom Osten in den Westen unterwegs seien, um vor den chaotischen Zuständen im Osten des Kontinents zu flüchten. Sie nutzen die prekären Zustände im Land u.a. auch dazu, fremde Fahrzeuge in Betrieb zu nehmen. Auf dem Weg nach Westen werden Treibstoff, Lebensmittel, Getränke und sonstige Dinge, die sie brauchen können, in Beschlag genommen. Einige dieser Personen quartieren sich auch eigenmächtig in Gebäude ein, um sich von den Strapazen zu erholen. Die öffentliche Sicherheit ist zusammengebrochen.

Den meisten Familien gelingt es, ihr Hab und Gut auch unter diesen extremen Umständen zu schützen. Sie haben den Willen und die Kraft, die körperlichen Entbehrungen und die enorme psychische Belastung durchzustehen.

Mithilfe der Bauern, die noch über Lebensmittel verfügen, und diese auch teilen, gelingt es den meisten Steyregger Bewohnern, am Leben zu bleiben. Der Zusammenhalt in großer Not gibt ihnen Kraft und Zuversicht. Ohne eine funktionierende regionale Versorgung durch die Bauern wäre eine Versorgung der Bevölkerung nicht mehr vorstellbar.

Etliche labile Menschen verlieren allerdings jede Hoffnung, als die enormen Probleme auf sie zukommen. Sie verzweifeln an den immensen Herausforderungen, und nehmen sich das Leben.

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Am Nachmittag dieses Tages gelingt es der Linz AG in Zusammenarbeit mit dem Verbund, in Linz und Steyregg “Strominseln” zu schaffen, und elektrische Energie sukzessive an die Verbraucher zu liefern. Bislang wird jedoch nur der Ortskern von Steyregg versorgt, bis auch abgelegene Ortsteile versorgt werden können, wird es noch Tage, oder gar Wochen dauern. Die Gemeinde nutzt die Chance und setzt als erstes die Wasserpumpen wieder in Betrieb. Dabei wird festgestellt, dass die Pumpstation zum Wohnpark Hasenberg aufgrund des fehlenden Wasserdrucks und der Kälte eingefroren ist, und daher irreparabel beschädigt wurde. Die Wasserlieferungen in andere Ortsteile funktioniert wieder, allerdings muss das Wasser vor dem Konsum unbedingt abgekocht werden, da die Wasserleitungen nun tagelang ohne Wasserdruck waren, und sich somit Keine im ganzen Leitungsnetz ausbreiten konnten.

Die Menschen beginnen langsam wieder, Hoffnung zu schöpfen. DIe Krise hat jedoch tiefe Spuren hinterlassen, sowohl bei den Menschen, als auch in der Wirtschaft. Nur das Bundesland Tirol kam dank guter Krisen-Vorbeugungsmaßnahmen relativ gut über die Runden. Keiner versteht, dass das Bundesland Oberösterreich und die Gemeinde Steyregg nicht ausreichend auf solche Ereignisse vorbereitet waren. Die Wut auf die zuständigen Politiker ist enorm.