Stadtmauer-Grundstück wird als Erholungswiese mit einer Beton-Sitzstiege adaptiert

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Grundstück 53/4 vor der Stadtmauer Steyreggs (C) NH
Grundstück 53/4 vor der Stadtmauer Steyreggs (C) NH

Das Projekt wurde vom Bürgermeister in der letzten Stadtratssitzung mittels Dringlichkeitsantrages eingebracht und mehrheitlich beschlossen. Für die Adaptierung des Grundstückes waren im außerordentlichen Haushalt bereits 80.000 Euro reserviert worden, der Umbau mit einem Ausbau des Gehweges in Richtung Fischergasse sowie der angrenzenden Parkplätze nimmt rund € 65.000 in Anspruch.

Das Grundstück, über das die Meinungen in den Steyregger Gemeindegremien bereits des Öfteren auseinander gingen, soll nun auf Antrag des Bürgermeisters um rund 65.000 Euro als „schönes Stück Grün“ mit einer Beton-Sitzstiege ausgestattet werden. Die Elemente für die Betonstiege stammen vom Bauwirtschaftszentrum (BWZ). Gleichzeitig wird der Parkplatz beim Tennisplatz erweitert sowie der Weg in die Fischergasse auf 2,50 Meter verbreitert. Mit den Bauarbeiten wurde in der letzten Stadtratssitzung die Fa. STRABAG beauftragt.

Grundstückskauf führte zu Streit im Gemeinderat

Das Grundstück wurde im Jahr 2015 nach einer heftigen Kontroverse von der Stadtgemeinde erworben. Grund für die Meinungsverschiedenheiten im Gemeinderat war der vergleichsweise hohe Preis, der an die damaligen Eigentümer bezahlt wurde. In einem Schätzgutachten war zuvor ein Mischpreis von ungefähr € 60 pro Quadratmeter genannt worden. Dieser Schätzpreis stützte sich nicht zuletzt auf Auskünfte des Denkmalamtes, wonach ein Streifen von zumindest 20 Metern Breite vor der Stadtmauer nicht bebaut werden könne bzw. solle. Bezahlt wurden von der Gemeinde jedoch € 98 pro Quadratmeter, insgesamt sohin rund 157.000 Euro für das gesamte Grundstück inklusive der Nebenkosten. Gerechtfertigt wurde dieser vergleichsweise höhere Preis damals mit dem Argument, daß die Eigentümer unterhalb der schlussendlich festgesetzten Quadratmeterpreise nicht verkauft hätten.

Grundstück möglicherweise noch kontaminiert?

Mehrere Stimmen wiesen damals auf eine möglicherweise bestehende Kontaminierung des Grundstückes hin. Die ehem. Baufirma Lackinger betrieb dort längere Zeit eine Dieseltankstelle. Einige mit der damaligen Situation betraute Personen äußerten deshalb die Vermutung, dass das Grundstück aufgrund der damaligen Nutzung weiterhin mit Altlasten bzw. Rückständen kontaminiert sei. Im Kaufvertrag wurde von den damaligen Eigentümern deshalb zugesichert, daß diesen keinerlei Kontaminierungen oder Altlasten bekannt seien.