Steyregg hat gewählt

0
1360
Schild zum Wahllokal

Leitartikel von Michael Radhuber

Steyregg hat gewählt – gemeinsam mit ganz Österreich. Das Ergebnis der Bundespräsidentenwahl ist beunruhigend.

Vorläufiges Endergebnis Steyregg - ohne Briefwahlstimmen
Vorläufiges Endergebnis Steyregg – ohne Briefwahlstimmen. Quelle: ORF

Gerade jetzt müssen wir alles daran setzen zu verhindern, dass sich das Rad der Geschichte zurückdreht. Das beginnt damit, dass wir geeint für den Rechtsstaat, die Menschlichkeit und den Zusammenhalt in der Gesellschaft auftreten müssen. Vor allem muss die Politik aber auf die Sorgen der Menschen eingehen.

Wir befinden uns in einer wirtschaftlich schwierigen Zeit. Immer mehr Menschen geht es heute schlechter als noch vor 10, 15 Jahren. Immer mehr Menschen haben Probleme, über die Runden zu kommen. Diese Menschen fürchten um Ihren Lebensunterhalt. Sie haben berechtigte Sorgen vor Lohndumping durch osteuropäische Wanderarbeiter, und natürlich auch durch Wirtschaftsflüchtlinge. Sie spüren im Gegensatz zu unseren Politikern die angespannte Lage am Arbeitsmarkt jeden Tag.

Die Steuern in unserem Staat werden in erster Linie von all jenen bezahlt, die es sich nicht anders richten können. Es gibt in unserer Gesellschaft keine Generationenfairness mehr. Der ältere Bevölkerungsteil nimmt den größten Teil der Ressourcen für sich in Anspruch – für die Jungen bleibt immer weniger übrig. Das ist kein Fundament für einen erfolgreichen Staat. Wir müssen diese Misslage in einer gemeinsamen Kraftanstrengung endlich beseitigen. Miteinander. Nicht gegeneinander. Wir sind ein reiches Land. Wenn wir wollen, dann schaffen wir das. Gegen Flüchtlinge und Auslände zu hetzen, wird unsere Probleme jedoch sicher nicht lösen.

Die Antwort darf nicht lauten, jene Personen vor unserer Haustüre abzuweisen, die sich hilfesuchend an uns wenden, weil Ihr Leben und ihre Gesundheit durch Bürgerkrieg und Terrorismusregime in Gefahr sind. Wir dürfen auch in wirtschaftlich schwierigen Zeiten unsere christlichen und humanistischen Grundwerte nicht verkaufen – denn damit verspielen wir unsere eigene Zukunft. Wir müssen differenzierter zwischen Wirtschaftsflüchtlingen und jenen Personen, die um Leib und Leben rennen, unterscheiden.

Wir müssen endlich jene EU Länder in die Verantwortung nehmen, die sich weigern, an einer gemeinsamen Flüchtlingspolitik mitzumachen. Besser, wir investieren unsere EU Nettozahler-Millionen in unsere eigene Bevölkerung, als in diese Länder. Selbst wenn wir damit riskieren, gegen geltendes EU Recht zu verstoßen.

Auch der Zaunbau am Brenner zu unserem zweitwichtigsten Handelspartner Italien ist keine Lösung. Italien verfolgt die Entwicklungen in Österreich sehr genau und mit großem Missmut, und wir riskieren, einen großen Absatzmarkt für unsere Produkte zu verlieren. Damit gefährden wir auch sehr viele Arbeitsplätze in Österreich.

Österreich ist unser aller Heimat. Wir müssen uns um all jene Österreicher kümmern, die in den Jahren der Politik der mächtigen Interessen und Konzerne auf der Strecke geblieben sind. Wir müssen uns unserer Wurzeln besinnen, und dürfen unsere Grundwerte nicht verkaufen.

HINTERLASSEN SIE EINE ANTWORT

Please enter your comment!
Please enter your name here