Vergleichsweise hohe Feinstaubbelastung mit PM2,5 in Steyregg

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Feinstaubbelastung PM2,5 an der Station Steyregg Au
Feinstaubbelastung PM2,5 an der Station Steyregg Au (Tagesmittelwerte)

Set 23. Mai 2015 werden an der Luftmessstation des Landes Oberösterreich in der Steyregger Au erstmals auch die als besonders gefährlich geltenden Feinstaubpartikel PM 2,5 erhoben. Dabei handelt es sich um jene Feinstaubpartikel, die bis in die Lungenbläschen (Alveolen) vordringen, und über diesen Weg Herz-Kreislauferkrankungen und Lungenkrebs verursachen können.

Die Weltgesundheitsorganisation WHO empfiehlt aus diesem Grund Grenzwerte für PM 2,5 bei 10 µg/m3 pro Jahr und 25 µg pro Tag (24h). Mehrere Studien, die von der WHO evaluiert wurden ergaben, daß bereits ab jährlichen Konzentrationen von 10 µg PM 2,5 die Sterberaten in der Bevölkerung deutlich und statistisch hochsignifikant anstiegen.

Die Station in der Steyregger Au ist am Parkplatz des Badesees stationiert und verzeichnete im zweiten Halbjahr 2015 eine durchschnittliche PM 2,5 Konzentration von 13,01 µg, also um rund 3 µg über dem Grenzwert der WHO. An insgesamt 22 Tagen im Halbjahr lag die tägliche Durchschnittskonzentration von PM2,5 über dem WHO Grenzwert von 25 µg.

Die vier Stationen mit der höchsten Feinstaubbelastung in Oberöterreich (2. Halbjahr 2015):

  1. Linz Ebelsberg (13,35 µg)
  2. Enns Kristein 3 (13,20 µg)
  3. Traun (13,14 µg)
  4. Steyregg-Au (13,01 µg)

Ein Tag an dem man wohl besser bei geschlossenen Fenstern zuhause hätte bleiben sollen war übrigens der 4. November 2015: An diesem Tag wurde eine satte Durchschnittskonzentration 59 µg PM2,5 gemessen – mehr als das doppelte des einschlägigen WHO Grenzwertes.

Im typischen Tagesverlauf gesehen war die Feinstaubbelastung im zweiten Halbjahr 2015 besonders ab Mitternacht bis zu Mittag hoch, fiel dann bis 16 Uhr auf Werte etwas über 10 µg, und stieg danach wieder langsam an (siehe Grafik).

Tagestrend der Feinstaubbelastung an der Station Steyregg Au
Tagestrend der Feinstaubbelastung an der Station Steyregg Au

Auch die EU hat übrigens im Jahr 2008 erstmals Grenzwerte für PM2,5 – Feinstaub erlassen. Diese Werte liegen – wohl auch aufgrund der in zahlreichen Städten der EU sehr problematischen Situation in Bezug auf die Feinstaubbelastung – jedoch deutlich über den von der WHO als sicher eingestuften Grenzwerten. Demzufolge wird ab dem Jahr 2020 ein PM 2,5 Grenzwert von 18 µg pro Jahr angestrebt.

Datenquelle: Luftgütemesswerte des Landes Oberösterreich.
Analysen: Michael Radhuber

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