Warum ich trotzdem über Kooperationen sprechen möchte

0
415
Rohrbruch

Ein Kommentar von Michael Radhuber

Michael Radhuber

Kollege Nikolaus Höfler hat in seinem Beitrag gut und prägnant jene Punkte aufgezählt, die aus seiner Sicht gegen eine Bauhofskooperation von Steyregg mit einer Nachbargemeinde sprechen. Ich finde dennoch eine vertiefte Diskussion zu dem Thema sinnvoll. Denn ich glaube schon, dass es einige Punkte gibt, die Bauhofskooperationen durchaus interessant machen.

  1. Da wäre zum Beispiel das Bauhofsgebäude. Klar ist, dass ein Bauhof und dessen Personal eine gute Infrastruktur benötigen, um auch gute Arbeit verrichten zu können. Also sowohl Garagen, Werkstätte, Lager, als auch Personal- und Schulungsräume. Muss jede Gemeinde unbedingt ein eigenes solches Gebäude hinbauen und erhalten, oder würde nicht ein gemeinsames, größeres Gebäude, dessen Kosten von 2 Gemeinden geteilt werden, auch genügen? Hier steckt durchaus Einsparungspotenzial.
  2. Auch in einem gemeinsamen Einkauf sowie gemeinsamen Wartungsverträgen für den Maschinenpark steckt großes Einsparungspotenzial – hier hätte ein gemeinsamer Bauhof aufgrund seiner Größe entsprechend mehr Verhandlungspower gegenüber den Anbietern.
  3. Sinn macht eine Bauhofskooperation für mich persönlich nur, wenn man einen gemeinsamen Bauhof als wirtschaftliches Unternehmen ausgliedert. Das hätte aus meiner Sicht mehrere Vorteile: Ein Bauhofsmanager wäre für den gesamten Betrieb verantwortlich (und ausreichend). Die interne und externe Leistungsverrechnung würde nicht auf Grundlage irgendwelcher (zwangsweise meist) erfundener Kostenansätze von der Gemeindebuchhaltung erledigt werden, sondern auf Grundlage von realistischen Kostenansätzen von einer eigenen Bauhofsbuchhaltung  – dadurch werden Ressourcen im Gemeindeamt freigespielt. Ein solcher Bauhof könnte seine Leistungen auch an dritte Personen und Unternehmen verkaufen, und somit Gewinn erwirtschaften. Viertens würde sich die Höhe der Bezahlung der (spezialisierten) Bauhofsmitarbeiter nicht nach den (meist lächerlich geringen) Lohnsätzen aus dem Vertragsbedienstetengesetz richten, sondern nach den allgemeinen und realistischeren Kollektivvertragssätzen. Überzahlung wäre hier möglich (jetzt: nicht möglich).
  4. Ein gemeinsamer Bauhof hätte ein größeres Budget zur Verfügung, und könnte sich damit langfristig auch mehr spezialisierte Maschinen und Gerätschaften leisten (zB einen größeren Bagger, usw.). Damit müsste nicht mehr jede (Reparatur-)Arbeit im Gemeindegebiet an Unternehmen oder benachbarte Stadtwerke (zB die Rohrbruchsreparaturen an die Linz AG) vergeben werden, sondern vieles davon könnte selbst behoben werden. Damit sparen wir mittelfristig Kosten.
  5. Ein größerer Personalpool in einem gemeinsamen Bauhof ermöglicht mehr spezialisierte Fachkräfte. Also Schweißer, Baggerfahrer, Elektriker, vielleicht Installateure, usw… Auch das wieder eine Möglichkeit, in Zukunft mehr Reparaturen selbst (und somit kostengünstiger) durchführen zu können, und weniger von extern (teuer) einkaufen zu müssen.

Es gibt sicher noch andere Gründe, die dafür sprechen, über eine Bauhofkooperation zu diskutieren. Klar ist auch, dass eine Bauhofkooperation nur dann (wirklich gut) funktionieren kann und wird, wenn der Bauhof einen guten „Bauhofmanager“ bekommt, der Betrieb und Arbeiten gut organisiert, also unternehmerisch entsprechend fähig ist. Dann fürchte ich auch nicht, dass sich eine solche Bauhofkooperation negativ auf eine der beteiligten Gemeinden auswirken könnte.

Worüber ich mir sicher keine Sorgen mache, ist dass sich die Steyregger Bauhofarbeiter in Luftenberg nicht zurechtfinden würden, und die Luftenberger nicht in Steyregg. Wenn das Unternehmen gut geführt wird, sollte nach einer gewissen Eingewöhnungsphase und ein paar Schulungen alles auf Schiene sein.

Vielleicht könnten wir dann den nächsten Wasserrohrbruch in Steyregg wieder selbst reparieren, anstatt diese Leistungen an andere Unternehmen wie die Linz AG zu vergeben. Und in Zukunft die Schneeräumung in Steyregg – auch im Hinterland – in Zukunft wieder selbst wahrnehmen, anstatt sie teuer an Firmen wie die Schneeconcorde zu vergeben, die mit ihrer homöopathischen und lieblosen Splittstreuung auf den Steyregger Güterwegen seit Jahren für nichts als Ärger, Gefahren, und hohe Kosten sorgt.

Also reden wir darüber!