Wasser für Reichenbachtal und Pfenningberg

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Immer öfter trockneten in den vergangenen Sommern Hausbrunnen auf dem Pfenningberg und im Gebiet um das Reichenbachtal aus. Mit dem Klimawandel, steigenden Temperaturen und vermehrten Dürreperioden ist klar, dass sich die Situation der privaten Wasserversorgung im Steyregger „Hinterland“ nicht verbessern wird. Dazu kommt, dass mit der Ostumfahrung die reelle Gefahr besteht, dass nicht nur Quellen versiegen, sondern auch Tiefbrunnen auf dem Pfenningberg durch ungewollten Grundwasserabfluss aufgrund des Tunnels kein Wasser mehr liefern werden.

Die Gemeinde Steyregg tritt als Wasserversorgerin in den Ortschaften Steyregg und Plesching auf – in letzterer in Zusammenarbeit mit der Linz AG. Pulgarn wird von der Wassergenossenschaft Pulgarn versorgt. Die Ortschaften Lachstatt, Holzwinden, Götzelsdorf, Hasenberg und Teile von Obernbergen werden jedoch bis heute nur durch private Hausbrunnen oder Quellen versorgt (in einem kleinen Teil von Lachstatt sowie von Holzwinden treten jeweils 2 kleinere Wassergenossenschaften als Versorger auf). In Summe sind somit mehr als 250 Steyregger Haushalte nicht an das Wassernetz der Gemeinde angeschlossen, und müssen selbst Vorsorge für ihr Trinkwasser ergreifen.

Damit ist vorgezeichnet, dass die Versorgungsprobleme mit Wasser in den Ortschaften des Pfenningbergs sowie des Reichenbachtals in den kommenden Jahren und Jahrzehnten massiv zunehmen werden. Bereits heute sollten deshalb in vorausschauender Weise erste Schritte gesetzt werden, um die Versorgung mit Trinkwasser im Gemeindegebiet Steyreggs auch in den kommenden Jahren und Jahrzehnten sicherstellen zu können – sowohl für die zahlreichen Bewohner der betroffenen Ortschaften, als auch die Landwirtschaften, die in Zukunft einen immer größeren Wasserbedarf vorweisen werden.

Diese Maßnahmen müssen jedoch auch wirtschaftlich vertretbar sein. Klar ist, dass aufgrund der ländlichen Strukturen in diesen Ortschaften ein Ausbau des Gemeindenetzes durch Auftragsvergabe an private Firmen nicht leistbar ist – die großen Distanzen zwischen den einzelnen Dörfern und Häusern im Steyregger Hinterland sowie die extrem hohen Kosten im Bereich des Leitungstiefbaus machen einen Ausbau durch die Gemeinde selbst absolut unwirtschaftlich. Der Ausbau des Wassernetzes ist nur mit viel Eigenleistung durch die betroffenen Bewohner selbst möglich.

Versorgungssicherheit durch Zusammenschluss: Die Wassergenossenschaft Pfenningberg-Reichenbachtal

Mein Ziel ist deshalb, gemeinsam mit Bewohnern der betroffenen Ortschaften, sowie unterstützt durch die Gemeinde Steyregg einen neuen, öffentlich rechtlichen Wasserversorger ins Leben zu rufen, die Wassergenossenschaft Pfenningberg-Reichenbachtal. Sobald die Wassergenossenschaft gegründet ist, werden in einem ersten Schritt ausreichend Wasserrechte durch Verhandlungen mit den in Frage kommenden Liegenschaftseigentümern sichergestellt. In einem zweiten Schritt sollen durch öffentliche Förderungen, Beiträge der Genossenschaftsmitglieder sowie die Unterstützung der Gemeinde Steyregg erste Quellen erschlossen bzw. Brunnen gebohrt, sowie die ersten Wasserleitungen verlegt und Speicherbecken errichtet werden. Gerade jetzt im Zuge des Glasfaserausbaus bietet sich an vielen Stellen eine gemeinsame und relativ kostengünstige Verlegung von Wasser-, eventuell auch Kanalleitungen mit den Glasfaserkabeln an – eine einmalige Chance, die unbedingt genutzt werden muss.

Funktionieren wird der Ausbau eines eigenen Versorgungsnetzes nur dann, wenn die betroffenen Bewohner bereit sind, hierbei auch selbst mitzuwirken. Das Ziel der Wassergenossenschaft ist Förderungen von Bund und Land zu beantragen, sowie in Zusammenarbeit mit der Gemeinde den betroffenen Bewohnern die notwendigen Hilfsmittel zur Verfügung zu stellen, damit ein Ausbau überhaupt möglich, und auch wirtschaftlich vertretbar ist.

Vollausbau in 15 bis 20 Jahren möglich

Die Wassergenossenschaft wird – wie alles im Leben –klein beginnen. Ihre Aufgabe ist es, ihren Mitgliedern (und nur diesen) ausreichend Trinkwasser zur Verfügung zu stellen – der Netzausbau richtet sich also alleine an den Mitgliedern. Ein Beitritt zur Wassergenossenschaft ist natürlich auch später jederzeit möglich – allerdings müssen später eintretende Mitglieder einen anteilsmäßigen Beitrag für die bisherigen Investitionskosten und –leistungen der früheren Mitglieder entrichten, und genießen in Bezug auf den Netzausbau eine geringere Priorität als frühe Mitglieder der Genossenschaft.

Klar ist deshalb, dass mit jedem weiteren trockenen Sommer die Zahl der Mitglieder dieses neuen Wasserversorgers konstant steigen wird. Das Ziel ist, innerhalb von 15 bis maximal 20 Jahren jedem Haushalt im Bereich des Pfenningbergs sowie des Reichenbachtals eine gesicherte Wasserversorgung durch Anschluss an das Wassernetz der Genossenschaft anbieten zu können. Der Genossenschaft früh beizutreten macht auf jeden Fall Sinn: Je später der Beitritt erfolgt, desto teurer wird es, und desto länger wird es dauern, bis auch die eigene Liegenschaft mit Wasserleitungen erschlossen werden kann.