Wassermangel: Zeit zu handeln

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Der Wassermangel in den Siedlungen des Pfenningberges spitzt sich zu. Fast alle Häuser in den betreffenden Siedlungen – immerhin deutlich mehr als 200 Liegenschaften – besitzen private Brunnen oder Quellen zur Wasserversorgung, die sie entweder alleine, oder gemeinsam mit ihren Nachbarn nutzen. Viele dieser Brunnen oder Quellen sind im Laufe dieses trockenen Jahres versiegt, oder liefern nicht mehr genug Wasser in ausreichender Qualität.


Bericht: OÖ Heute vom 6. November 2018. ORF.at

Spätestens jetzt machen sich die jahrzehntelangen Versäumnisse im Ausbau der Steyregger Infrastruktur bemerkbar. Während die Stadt Steyregg selbst gut durch das Ortswassernetz erschlossen ist, Pulgarn eine eigene Wassergenossenschaft besitzt, und in Plesching die Versorgung über die Linz AG sichergestellt ist, wurde der Ausbau des Ortswassernetzes und auch der Kanalisation in den Siedlungen des Pfenningberges seit Jahrzehnten auf die lange Bank geschoben. Bis heute wird das Abwasser fast überall am Pfenningberg in Senkgruben zwischengespeichert, von denen man am liebsten gar nicht wissen möchte, wieviele dieser Senkgruben überhaupt den Dichtheitserfordernissen aus den relevanten Bau- und Abwasservorschriften entsprechen.

All das fällt uns jetzt auf den Kopf. Dürreperioden nehmen zu, und private Hausbrunnen versiegen. Auch hat das Land Oberösterreich bereits angekündigt, die Dichtheit von Senkgruben in den kommenden Jahren scharf überprüfen zu lassen. Senkgruben sollen dem  – verständlichen – Wunsch des Landes zufolge bis auf wenige Ausnahmen in Zukunft der Vergangenheit angehören. Die nachträgliche Abdichtung dieser Senkgruben wird viele tausend Euro verschlingen. Nicht unerwähnt soll dabei bleiben, dass der Gemeinde Steyregg die Entsorgung dieser Senkgruben mittels Kanalwagen Jahr für Jahr viel Geld kostet.

Die Schuld an der Misère trifft aber nicht nur die Politik alleine. Viele Hausbesitzer wollten über viele Jahre lang keinen Anschluss an das Ortswassernetz haben, da dieser sehr teuer gekommen wäre, und das Wasser aus dem eigenen Brunnen meist kostenlos war. Erst jetzt, wo die Brunnen langsam zu versiegen beginnen, wachen viele aus dem Dornröschenschlaf auf.


Bericht: OÖ Heute vom 6. November 2018. ORF.at

Die Lösung der Probleme hat der Obmann des Dachverbandes der OÖ Wassergenossenschaften aufgezeigt, und sie lautet: Vernetzung und mehr Speicherkapazitäten. Ob, und wie das in Steyregg funktionieren wird, ist fraglich. Als ich bereits vor mehr als einem Jahr forderte, den neuen Steyregger Hochbehälter so zu planen, dass er auch die Siedlungen entlang des Pfenningberges mit Wasser versorgen könnte, wurde mein Anliegen von den zuständigen Entscheidungsträgern und Planern mit lächelndem Kopfschütteln zurückgewiesen. Nach wie vor bin ich der Meinung, dass der (notwendige) Ausbau der Speicherkapaitäten für das Steyregger Ortswassernetz den Ausbau des Ortwassernetzes in die Siedlungen des Pfenningberges berücksichtigen muss, und ein Gesamtkonzept für die Versorgung des Steyregger Gemeindegebietes mit Trinkwasser erstelt werden muss. Immerhin wird der Speicherbehälter mit Steuergeldern von allen Steyregger Bürgern finanziert. Also sollten auch alle etwas davon haben.

Sollten der Ausbau des Ortswassernetzes und der Kanalisation entlang des Pfenningberges nach wie vor politisch nicht mehrheitsfähig sein, bleibt nur eines: Die Gründung einer eigenen Wassergenossenschaft „Pfenningberg“, die ausreichend Brunnen und Speicherkapazitäten errichtet, um die Häuser am Pfenningberg auch in den kommenden trockenen Jahren und Jahrzehnten durch die dürren Sommer zu bringen. Das Land Oberösterreich fördert den Bau von Infrastruktur durch Wassergenossenschaften im Moment mit 50% der Errichtungskosten. Zeit zu handeln wäre jetzt. Denn der Hut brennt.