„Weihnachten im Schuhkarton“ – ein Geschenk mit nicht immer ganz so schönen Hintergedanken

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Auch heuer wird wieder fleissig für die Aktion „Weihnachten im Schuhkarton“ geworben. Unter anderem in Steyregg, wo sich zum Beispiel die Pfarrcaritas Kindergärten an der Geschenksammelaktion beteiligen.

Die Idee ist simpel und klingt gut – armen Kindern zu Weihanchten eine Freude bereiten. Auch wir haben uns viele Jahre daran beteiligt, bis ich letztes Jahr dank eines gut recherchierten Artikels über die Hintergründe und – sagen wir einmal – die „Hintermänner“ dieser Aktion aufmerksam wurde.

Finanzstarker amerikanisch evangelikaler Verein mit eigenen Ansichten

Hinter „Weihnachten im Schuhkarton“ steht der deutsche Verein „Samaritan’s Purse“. Das ist der deutsche Ableger einer großen und sehr finanzstarken amerikanisch-evangelikalen Bewegung, deren Gründer Billy Graham ist. In unserem Kulturkreis werden diese Evangelikalen von vielen auch als christliche Fundamentalisten bezeichnet, und das nicht von Ungefähr.

Heute wird die Organisation von Franklin Graham geleitet, dem Sohn von Billy Graham. Er ist ein Trump-Fan, tritt offen gegen Homosexualität auf und lobt unter anderem die russische Regierung für Ihre Diskriminierung von Homosexuellen, der Islam ist seiner Meinung nach per sé böse, und Barack Obama sei schlecht da eben als Muslim geboren.

Die Verteilung der Geschenke an bedürftige Kinder im Rahmen der Aktion gilt in erster Linie der Missionierung der Kinder. Bücher und sonstige Literatur, die den Evangelikalen nicht passt, wird aus den Geschenken regelmäßig entfernt. Stattdessen bekommen die Kinder gemeinsam mit dem Geschenk eine Bibelbroschüre in die Hand gedrückt, in der den Kindern eingeredet wird, dass sie ständig sündigen. Und Sünde führt in die Hölle….

Heuer lieber SOS Kinderdorf

Die Steyregger Pfarre sowie die Pfarrcaritas Kindergärten mögen uns deshalb verzeihen, dass wir uns dieses Jahr definitiv nicht mehr an dieser Sammelaktion beteiligen werden. Wir werden unsere Weihnachtsgeschenke stattdessen SOS Kinderdorf zukommen lassen, die ich schon viele Jahre regelmäßig finanziell unterstütze. Mit gutem Gewissen. Eine Organisation, wo es bei der Verteilung von Hilfe nicht darauf ankommt, welche Hautfarbe, welchen Glauben, oder welche religiösen Ansichten man als Kind von seinen Eltern (übermittelt) bekommt.

Nachtrag: Keine Ausrede um nichts Gutes zu tun

PS: Dieser Artikel soll keine Ausrede dafür sein, dieses Weihnachten nichts Gutes zu tun. Deshalb sei hier zum Beispiel auf die Caritas Christkindlbrief-Aktion verwiesen – lassen Sie sich von der Caritas einen Christkindlbrief von einem Kind zuschicken, und erfüllen Sie diesem Kind ihre Wünsche:

Weitere Infos: