Wenn der Pfenningberg vertrocknet

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Die Gutachter hatten auf das Risiko des Grundwasserabflusses bereits während der Umweltverträglichkeitsprüfung für den Tunnel unter dem Berg hingewiesen. Gekümmert hat es niemand. Und ob die ASFINAG die vorgeschlagenen Maßnahmen zur Verhinderung des Grundwasserabflusses überhaupt durchgeführt hat, oder einfach darauf gepfiffen wurde, kann heute nicht mehr festgestellt werden.

Der Berg ist heute vertrocknet. Wälder sterben, Wiesen und Felder liegen trocken und brach. Der Bach ist ausgetrocknet. Das Grundwasser fluss beim Tunnelbau aus dem Berg ab, unterhalb des Tunnels entstand ein neuer Bach, oben liegt alles trocken. Nach langem hin und her verpflichtete die oberösterreichische Landesregierung die ASFINAG, den Bach wieder künstlich zu bewässern. Heute wird das Wasser mit starken Pumpen und viel Energieeinsatz wieder hinauf auf den Berg in das Bachbett gepumpt. Die Trockenheit ist trotzdem an vielen Stellen geblieben.

Alles nur Science-Fiction? Mitnichten. Genau das geschah beim Bau des Tunnels „Götschka“ der S10. Und das gleiche Risiko droht dem Pfenningberg beim Bau des Ostumfahrungstunnels, der – geht es nach der Politik – bereits in 10 Jahren fertig sein soll.

Die Politik nimmt damit in Kauf, dass der Pfenningberg – die „grüne Lunge von Linz“, mit seinen Wäldern, Wiesen und Feldern vertrocknet. Dass vielen Landwirten auf dem Berg die Lebensgrundlage entzogen wird, dass die Stadtbevölkerung eines ihrer liebsten Naherholungsgebiete verliert. Dass die ohnedies belastete Linzer Luft noch einmal schlechter wird.

All das, um eine neue Transitautobahn von Hamburg bis in die Türkei mitten durch das Stadtgebiet von Linz zu errichten. Ein 5km langer Tunnel soll den Verkehr unter dem Pfenningberg durchschleusen, unmittelbar am Stadtgebiet von Steyregg vorbei auf einer Brücke über die Au und die Donau führen. Verkehr über alles.

Heute, am 1. Juli, soll der Korridor der neuen Transitautobahn von der Landesregierung beschlossen werden. Und in spätestens 6 Jahren sollen die Baumaschinen auffahren. Alle reden vom Klimawandel, von der Velrlagerung des Fernverkehrs auf die Schiene, Blockabfertigung und Strassensperren in Tirol, die Menschen leiden unter den immer heißeren Sommern, Dürre und Trockenheit sind in den letzten Jahren auch in Österreich angelangt.

In den klimatisierten Räumen unserer Landesregierung gelten andere Prioritäten. Offenbar möchte man auch in Oberösterreich unbedingt seine eigene Inntalautobahn, noch dazu mitten durch das Stadtgebiet von Linz errichten. Als wäre nichts geschehen…

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